Einen überraschenden Grundsatzbeschluss hat der Nordgermersleber Gemeinderat am Montag gefasst. Der Rat folgte einem taufrischen Vorschlag der Verwaltung und will 120 000 Euro in den Umbau der Kindertagesstätte " Thiespatzen " investieren. Der Beschluss fiel einstimmig.

Nordgermersleben. Nach wie vor nicht entschieden hatte der Gemeinderat bis zum Montag über die Verwendung der Gelder des Konjunkturpaketes II ( 18 000 Euro, einschließlich des 12, 5-prozentigen Eigenanteils der Gemeinde ). Ebenso offen war und ist immer noch, ob die Anträge der Gemeinde auf Fördergelder der Dorferneuerung für Vorhaben wie den Stichweg Zapfe oder den Gehweg in Tundersleben genehmigt werden.

Das Jahresende rückt näher, die Gemeinde will investieren. Die Verwaltung hat am Montag vorgeschlagen, die für die Dorferneuerungsprojekte eingestellten Gemeindeanteile für einen Umbau der Kita ohne Fördermittel einzusetzen. Dafür stehen neben den 18 000 Euro K-II-Geldern, 42 000 Euro an Investitionshilfe sowie 60 000 Euro aus den Rücklagen im Haushaltsplan 2009 zur Verfügung. Das macht unterm Strich eine Investitionssumme von 120 000 Euro aus.

Laut Empfehlung der Verwaltung könnte für diese Summe der lang ersehnte Bewegungsraum errichtet werden. Zudem könnte der Bau des ohnehin geplanten Büros für die Kita-Leiterin und Erzieherinnen realisiert werden. Außerdem ist eine Erweiterung des Sanitärbereiches für die Knirpse empfohlen worden.

Erweiterung sichert

Standort der Kita

Die Ratsmitglieder begrüßten die Idee einhellig. " Das wäre das I-Tüpfelchen auf unsere Kita ", lobte Bürgermeister Ingo Steinmann. Rat Dennis Hilliger, selbst Vater, sagte : " Je attraktiver unsere Kita wird, desto besser sind die zukünftigen Chancen um den Fortbestand einer Nordgermersleber Kita in der Einheitsgemeinde Hohe Börde. "

Fragen nach einer – auch mittelfristigen – Auslastung der Kita beantwortete Verwaltungsleiterin Steffi Trittel : " Der Bedarf nach Betreuungsplätzen in der ganzen Hohen Börde ist auch nach den gegenwärtigen Neubauvorhaben etwa in Irxleben, Rottmersleben oder Hermsdorf weiterhin vorhanden. " Zudem ist die Kapazitätsgrenze von 42 Plätzen in Nordgermersleben im November 2009 erreicht, Ende 2010 liegt der Bedarf laut Kita-Leiterin Eyreen Wohlsdorf allein in Nordgermersleben bei 46 Plätzen.

Rat ermächtigt Amt

zum Handeln vor Ort

Die Nordgermersleber Ratsrunde folgte dem Vorschlag der Verwaltung einmütig und fasste einen Grundsatzbeschluss, der die Verwaltung ermächtigt, alle weiteren Schritte für die Vorbereitung der Baumaßnahme einzuleiten. So sollen nun zügig Gespräche mit dem Architekten, dem Bauamt, mit der Kita-Leiterin und den Vertretern des Elternkuratoriums erfolgen, um eine Feinabstimmung der konkreten Baumaßnahmen entsprechend dem Bedarf in der Einrichtung zu erreichen. Das Elternkuratorium tagt bereits am nächsten Mittwoch, dem 28. Oktober, um 19 Uhr. Auch die nächste Ratssitzung am Montag, dem 16. November, soll in der Kita stattfinden.

Eyreen Wohlsdorf war über den Ratsbeschluss hoch erfreut : " Vom Umbau der Sanitäranlagen haben wir nicht zu träumen gewagt, das ist zwar alles genehmigt, aber eng ist es doch. Eine Erweiterung ist sehr zu begrüßen. " Hin und weg war die Kita-Leiterin über die Pläne eines Bewegungsraumes. " Wir sind zwar immer in Bewegung, vor allem draußen auf dem Sportplatz, auf dem Spielplatz an der Zuckerfabrik oder in einem Raum der früheren Grundschule. Doch vor allem für die Kleinsten ist das doch bisher mit einem ziemlichen Aufwand verbunden. Und : Gerade in der kälteren Jahreszeit sind die Möglichkeiten für die Kleineren sehr eingeschränkt. Das haben auch die Eltern mehrfach beklagt, und ich kann das verstehen. Der Bewegungsraum bietet außerdem die Chance, die ( Teil- ) Öffnung der Gruppen an einigen Wochentagen mit sportlichen Angeboten zu verbinden. Das wäre wirklich toll, wenn das klappt. "

Ein günstiger Umstand ist zudem, dass die Gemeinde bereits ein Nachbargrundstück direkt neben der Kindertagesstätte gekauft hatte ( Volksstimme berichtete ). In Richtung dieses Grundstückes könnte auch die Erweiterung erfolgen. Konkretes wird nun in den kommenden Tagen und Wochen vor Ort besprochen.