Wolmirstedt. Trinkfix, Spee und der Orwo-Film – noch liegen die alten DDR-Verpackungen sorgsam in einer Kiste verstaut. Bald sollen sie allerdings schmückendes Beiwerk einer Sonderausstellung im Museum sein. " Wolmirstedt – eine Stadt ‚ wendet ‘ sich ", so der Titel der Exposition, die derzeit von Anette Pilz vorbereitet wird.

" Wir wollen keine Nostalgieausstellung oder eine politische machen, sondern einfach zeigen, wie sich die Stadt in den 20 Jahren nach dem Fall der Mauer verändert hat ", erklärt die Museumsleiterin. Dazu hat sie in den vergangenen Monaten schon zahlreiche Bilder gesichtet und sortiert. Auch Plakate von Veranstaltungen, alte Flugblätter und Banner hat sie wiedergefunden. Und, wenn man sich mit der Wendezeit beschäftigt, bleiben auch Erinnerungen nicht aus. " Zwischen Januar und Juli 1990, bevor es Westgeld gab, durften wir ja schon Westsachen kaufen und mit Ostmark bezahlen. Es gibt ein altes Foto aus einer Kaufhalle, das zeigt, dass ein Salatkopf 4,50 Mark, eine Salatgurke 8,50 Mark und das Kilogramm Tomaten 14 Mark gekostet hat. Unglaublich, oder ?", fragt die Museumsleiterin schmunzelnd.

Sie würde sich freuen, wenn ihr Bürger der Stadt etwas für die Ausstellung zur Verfügung stellen. Egal, ob Haushaltsgegenstände oder Dinge des täglichen Bedarfes zur Dekoration oder Fotos, die den Wandel der Stadt dokumentieren. " Ich habe schon einige Bilder vom Kulturhaus, wie es früher einmal aussah, bevor es vom Musentempel zum Kreditinstitut wurde. Schön wäre, wenn jemand beispielsweise Bilder vom runden Tisch hat ", ruft Anette Pilz die Bürger auf.

Natürlich wird in der dokumentierenden Ausstellung auch das Krankenhaus nicht fehlen, das mittlerweile abgerissen wurde. Eine andersläufige Entwicklung nahm dagegen die Schlossdomäne, die sich in 20 Jahren zum Vorzeigeplatz Wolmirstedts entwickelt hat. Nicht nur Anette Pilz freut sich darauf, wenn die Ausstellung am 14. November eröffnet wird und dann über den Jahreswechsel hängen bleibt. " Viele Menschen kennen die Stadt noch nicht so lange oder haben kein Bild mehr vor Augen, wie es damals hier eigentlich aussah. " Die neue Sonderausstellung soll helfen, die Erinnerungen im Jubiläumsjahr des Mauerfalls wieder lebendig werden zu lassen.