Das Wolmirstedter Bodelschwingh-Haus hat eine Frischekur verpasst gekommen. Nach fast acht Jahren erhielt die Einrichtung nicht nur ein neues Logo – an der Spitze der Stiftung agiert mit Christian Geyer und Peter Hugo auch ein neuer Vorstand.

Wolmirstedt. Das neue Logo des Bodelschwingh-Hauses soll durch die Verwendung kräftiger Farben nicht nur dynamischer wirken. Für Peter Hugo und Christian Geyer symbolisiert es auch die Stiftung an sich.

Die Arbeit der Einrichtung, die bis Juli dieses Jahres von Arvid Schaub als 1. Vorstand geleitet wurde, hat man im Sommer 2008 vom Verein in eine Stiftung übertragen. " Ein Verein ist immer abhängig davon, Mitglieder zu haben. In einer Stiftung können wir auch zukünftig gesichert arbeiten, sie ist auf die Ewigkeit ausgelegt, wie die Kirche an sich ", erklärt der 48-jährige Hugo, der seit 2000 als 2. Vorstand im Bodelschwingh-Haus tätig war. Seit Juli bildet er nun zusammen mit Christian Geyer, bisher Geschäftsführer der Fachschule, die neue Doppelspitze der Stiftung, die sich als Eigentümer von insgesamt sieben Tochterfirmen versteht.

" Wir sind die neuen Admiräle auf der Kommadobrücke des Führungsschiffes einer Flotte. Wir zeigen den sieben Beibooten den Weg, auch mal um einen Eisberg herum, aber Kurshalten müssen diese alleine, sind auch selbst für ihre jeweilige Mannschaft verantwortlich ", versucht Geyer, mit einem Sinnbild die Struktur zu beschreiben. Zu den kleineren Booten gehören die Kindertagesstätten in Wolmirstedt und Barleben, die Fachschule, eine Service-Gesellschaft, das Biomasseheizkraftwerk sowie die Wohnstätten, Werkstatt und Tageszentrum für Behinderte. Insgesamt sorgen rund 270 Mitarbeiter für 1000 Menschen, die in den verschiedenen Einrichtungen der Stiftung leben, arbeiten, lernen und spielen.

Diese Zahlen zu halten ist eine der Aufgaben des neuen Vorstandes. " Natürlich ist der demografische Wandel auch für uns eine Herausforderung, die bisher nicht im Fokus lag ", so Hugo. Momentan läge das Augenmerk des Vorstandes darauf, die Beständigkeit der Arbeit und deren Qualität zu halten. " Wir müssen nicht mehr um jeden Preis expandieren, schaffen nur dann ein neues Standbein, wenn es nötig ist ", ergänzt Geyer. So könnte eine der Perspektiven zukünftig darauf liegen, ambulant betreutes Wohnen anzubieten. Das bedeutet, dass die Behinderten in eigenen Wohnungen leben und dabei so viel Hilfe wie nötig bei maximaler individueller Freiheit angeboten bekommen.

Die anfallende Arbeit wird zwischen den beiden Vorständen schwerpunktmäßig geteilt. So wird sich Theologe Geyer um die Bereiche Diakonie und Bildung kümmern, während Peter Hugo als 1. Vorstand die Finanzen und den Bereich der Eingliederungshilfe übernimmt. " Wie auf dem Schiff auch, braucht es aber für strategische Entscheidungen beide gemeinsam ", ruft Geyer das Bild noch einmal in Erinnerung. Und dass Wind- und Wetterlage für den zukünftigen Kurs des Bodelschwingh-Hauses günstig sind, davon zeigen sich beide überzeugt.