Wolmirstedt. Die Schüler in der Stadt schwitzen – manche in den Schulen, andere um die Mittagszeit bereits zu Hause. Über hitzefrei oder Unterricht entscheidet in den meisten Fällen nur ein kleines Thermometer. An diesem liest jeweils ein Verantwortlicher der Schule um 10 Uhr die Temperatur ab. Zeigt es 26 Grad Celsius oder mehr, jubeln die Kinder : hitzefrei.

In den Genuss kommen in dieser Woche vor allem die Schüler der Diesterweg-Grundschule und die der Christian-Wilhelm-Harnisch-Schule. Petra Heimlich, Direktorin der Diesterweg-Grundschule, erzählt, dass die Kinder seit gestern immer ab 11 Uhr frei haben. Entweder dürfen sie dann nach Hause oder werden bis zum Hortbeginn um 13 Uhr noch von Lehrern betreut.

In der Christian-Wilhelm-Harnisch-Schule hat die Schulleitung schon am Montag hitzefrei für die ganze Woche festgelegt, nachdem in zwei repräsentativen Räumen die Temperatur in den frühen Morgenstunden gemessen worden war. " Montag früh waren 28 Grad in den Klassenzimmern. Entscheidend sind die Bedingungen im Gebäude und nicht unbedingt nur die Außentemperatur ", erklärt Direktor Helmut Ketzler. Durch die sonnige Lage der Schule heizt diese sich sehr auf, verkürzter Unterricht von nur 30 statt 45 Minuten pro Schulstunde ist die Folge. " Hitzefrei auf Widerruf ", sagt Ketzler, " falls sich das Wetter doch noch sehr verändert. "

Besonders heiß ist es dieser Tage auch im Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium, weiß die stellvertretende Schulleiterin Angelika Elstermann : " Durch die großen Glasfronten ist es in den Klassenräumen sehr warm, und die Hitze im Gebäude entweicht nicht so schnell über Nacht. " Deswegen gab es Anfang der Woche bereits ab der 5. Stunde nur noch 30-minütige Schulstunden, heute wird neu entschieden. Für Donnerstag und Freitag sei sogar verkürzter Unterricht ab der ersten Stunde denkbar, so Elstermann.

Über solche Aussichten würden sich die Kinder der Johannes-Gutenberg-Schule auch freuen. Dort gibt es bislang kein hitzefrei, und es sei auch vorläufig nicht zu erwarten, erklärt der stellvertretende Direktor Peter Aschmann. Wobei er einräumt, dass erst einmal der Donnerstag, der mit 34 Grad der heißeste Tag der Woche werden soll, abgewartet werden müsse. Allzu sehr darauf hoffen, sollten die Schüler trotzdem nicht. Gestern waren selbst in der Mittagszeit im Sekretariat, in dem gemessen wird, nicht die von den Kindern ersehnten 26 Grad – 25, 2 zeigte das Thermometer an.

Die Gerhard-Schöne-Schule dagegen macht sich von den Temperaturen nicht derart abhängig. Wenn es den Kindern zu warm ist, werden spielerische Aufgaben für sie gefunden. " Allzu große Anstrengungen werden bei dieser Hitze unterlassen, nichtsdestotrotz betreuen die Lehrer natürlich die Schüler ", erzählt Schulleiterin Gudrun Matthey.

Auch in der Leibniz-Schule werden die Kinder nach kürzeren Schulstunden weiterhin betreut, sofern sie nicht früher nach Hause fahren dürfen. An der Sekundarschule gab es nur am Montag verkürzten Unterricht ab der 5. Stunde. Heute wird dann wieder in einem repräsentativen Raum die Temperatur gemessen – was über Jubel oder lange Gesichter bei den schwitzenden Schülern entscheidet.