Landkreis Börde ( mb ). Fünf Wochen vor der Bundestagswahl wollen die Gewerkschaften ver. di und Nahrung-Genuss-Gaststätten ( NGG ) eine Bestandsaufnahme der Einkommenssituation im Landkreis Börde machen. Im Blick haben sie dabei die Niedriglöhne. Im Landkreis Börde sind nach Angaben von ver. di und NGG mehr als 4 100 Erwerbstätige trotz ihrer Arbeit auf staatliche Zuschüsse angewiesen. " Die so genannten ‚Aufstocker’ können von dem, was sie mit ihrer Arbeit verdienen, nicht leben. Schuld daran sind häuf g Niedriglöhne von 5, 50 Euro oder weniger ", sagt Jürgen Mory. Für den Geschäftsführer des ver. di-Bezirks Sachsen-Anhalt-Nord ist es " ein unhaltbarer Zustand, wenn Menschen trotz Vollzeitarbeit auf Geld aus dem Hartz-IV-Topf angewiesen sind ".

5,50 Euro und weniger

" Wir wollen wissen, wie gut oder wie schlecht Chefs im Kreis Börde bezahlen ", sagt Holger Willem von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Der Geschäftsführer der NGG-Region Magdeburg kündigte ein bundesweites " Niedriglohn-Barometer " an. Für dessen Ausschlag nach unten seien auch im Kreis Börde gezahlte Dumpinglöhne entscheidend. " Gerade Frauen verdienen oft extrem wenig ", so Willem. Friseurinnen, Kellnerinnen oder Verkäuferinnen in Bäckereien arbeiteten häufig im unteren Lohnspektrum.

Die Gewerkschaften ver. di und NGG treten für einen gesetzlichen Mindestlohn von 7, 50 Euro pro Stunde ein. Sie appellieren an Beschäftigte im Landkreis, Dumpinglöhne zu melden – per Internet unter www.dumpinglohn.de.

Betroffene können sich auch direkt an den ver.di-Bezirk Sachsen-Anhalt-Nord, Telefon ( 03 91 ) 28 88 88 88, oder an die NGG-Region Magdeburg, Telefon ( 03 91 ) 561 60 27, wenden.