Wer hat sie zusammengerechnet, die Zahl der Cowboyhüte vorgestern Abend auf Webers Hof in Farsleben. Die überwiegende Mehrheit der Besucher hatte ihr äußeres Erscheinungsbild dem Ereignis eingepasst : der 1. Farsleber Country-Nacht. Veranstalter war diesmal nicht das Ländliche Kulturzentrum sondern die Agentur b aus dem Nachbarort Glindenberg.

Farsleben. Punkt 21 Uhr wurde das Schwein angestochen und die ersten Fleischstücke von den Knochen gelöst. Benjamin Bender, einer der beiden Inhaber der Agentur b, und Torsten Augustin vom Abc-Catering hatten das 30 Kilo schwere Jungtier zuvor auf offenem Feuer gegart. Sofort bildete sich eine Schlange, die mit dem Geruch des Barbecue-Grills in der Nase Gefallen an der deftigen Kost fand. Neben Schwein vom Spieß gab es als handfeste Grundlage für Bier und Whisky Westerngulasch und bekömmliche Lammfleisch-Schmorwurst vom Deichschafhof in Glindenberg zu kaufen. Irgendwie passte alles zusammen bei dieser lauen Sommernacht auf Webers Hof. Wer nicht das passende Outfit hatte, konnte es gleich hinterm Einlass bei einem fliegenden Händler vervollständigen. An der fast familiären Atmosphäre fanden auch die fünf " Mountaineers " aus dem westlichen Teils Berlins Gefallen, die für das Countryfest im alten Farsleber Bauerngehöft dem Großstadtgetriebe adieu gesagt und sich raus aufs fache Land begeben hatten. Unterm Gebälk des einstigen Getreidespeichers des Vierseithofes kamen sie beim Zelebrieren von Johnny Cash und anderen Größen der Westernmusik genauso ins Schwitzen wie ihr dem Line Dance beinahe fanatisch ergebenes Publikum. Auch wenn die Mountaineers wie Newcomer erscheinen, die Band blickt bereits auf eine bewegte Vergangenheit zurück, die bis zum Anfang der 80 er Jahre zurückreicht – eine Zeit, in der es in Deutschland nur eine kleine Anzahl professionell agierender Countrybands gab. Die 1. Farsleber Country-Nacht, so Agenturinhaber Bender, soll keine Eintagsfliege bleiben.