Im Verhältnis zwischen dem derzeitigen Wirt der gemeindeeigenen Gaststätte " Zum Kronprinzen " und der Gemeinde Nordgermersleben stehen die Zeichen auf Trennung. Die Gemeinde hat am Montag in nichtöffentlicher Sitzung dem Kündigungsantrag des Wirtes zum 31. Oktober stattgegeben. Die Bewirtschaftung ab 1. November ist neu ausgeschrieben.

Nordgermersleben. Vor dem nichtöffentlich gefassten Kündigungsbeschluss hatte es im öffentlichen Teil der Ratssitzung noch einmal eine Kontroverse zwischen dem Pächter des " Kronprinzen " und der Gemeinde gegeben. Der Pächter hatte die Gemeinde aufgefordert, die zum Grundstück gehörenden Grünflächen zu mähen und diesbezüglich auf die Vereinbarungen mit der Gemeinde verwiesen. Auch die Bewirtschaftung des Schwimmbadkiosks war Anlass von Meinungsverschiedenheiten.

" Die Gemeinde schafft es nicht, ihr Anwesen sauber zu halten ", meinte der Wirt, " im Pachtvertrag heißt es : Die Gemeinde ist für die Gartenpflege zuständig, doch dort sieht es aus wie Kraut und Rüben. " Bürgermeister Ingo Steinmann räumte ein : " Wir sind Ihnen bei Abschluss des Pachtvertrages entgegengekommen und haben gesagt, die Wiese pflegen wir. Das heißt aber nicht, dass wir den Biergarten, die Stellplätze und den Hof mit säubern. Das ist Ihr Gewerberaum, wir fegen ja auch nicht das Lokal aus. " " Was alles zum Garten gehört, ist Auslegungssache. ", meinte der Wirt und ergänzte : " Ich weise für den Fall der Kündigung daraufhin, dass sich die Gemeinde verpflichtet hat, das von mir eingebrachte Inventar zu übernehmen. Da kommen auf die Gemeinde Kosten von einigen tausend Euro zu. " Bürgermeister Steinmann entgegnete : " Wir werden das rechtlich prüfen und bereiten die Übergabe vor. "

Bezüglich der ursprünglich geplanten Bewirtschaftung des Kiosks im Ökobad durch den " Kronprinzen " -Wirtmonierten die Wirtsleute, dass die dortigen Bedingungen für eine Betreibung des Kiosks " nicht geeignet sind ". " Allein deshalb haben wir die Bewirtschaftung bisher abgelehnt. Wir sind natürlich bereit, den Kiosk zu betreiben, allerdings muss die Gemeinde dafür erforderlichen Voraussetzungen schaffen. Und das hat sie bisher nicht getan. " Bürgermeister Steinmann verwies auf ein Angebot seitens der Verwaltung. Über Inhalt und Verfahrensweise des Angebots der Verwaltung an den Gastwirt bestehen zwischen beiden Parteien Meinungsverschiedenheiten, die am Montag während der Ratssitzung nicht aus dem Weg geräumt werden konnten.

" Die Fronten sind auch aus anderen Gründen verhärtet ", sagte Steinmann der Volksstimme, wollte sich öffentlich aber nicht weiter äußern.