Das Schiffshebewerk ist leer gepumpt. Bis Ende August wird das Bauwerk auf Herz und Nieren geprüft. Insider hoffen, dass es für eine Wiederinbetriebnahme fit gemacht wird. Vom Wasser- und Schifffahrtsamt gibt es dazu ein klares Nein.

Rothensee. Gähnende Leere im hochgefahrenen Trog des technischen Denkmals. Die rund 2500 Kubikmeter Wasser der großen Rothenseer Badewanne sind in den Verbindungskanal zur Elbe geflossen. Auf dem Grund nehmen Wasserbauer der Fa. Lobbe Proben. " Wir lassen auf Verunreinigung prüfen, bevor der Schlamm entsorgt wird ", erläutert Ulf Möbius vom Wasser- und Schifffahrtsamt ( WSA ).

" Nadelwehr " am Schleusenhafen

Für die Inspektion haben die Spezialisten ein sogenanntes Nadelwehr am unteren Schleusenhafen installiert. Es schottet den Schiffsfahrstuhl komplett vom Rothenseer Verbindungskanal ab. Nur so kann das Bauwerk im Inneren begutachtet werden.

Bis Ende August dauert die Inspektion des Bauwerks, das 2006 auf Beschluss des Bundes außer Betrieb gesetzt worden war. Zehntausende Magdeburger haben ihre Unterschrift für einen Weiterbetrieb und gegen eine endgültige Stilllegung geleistet.

Prüfung hat nichts mit einer Nutzung zu tun

Ist die Inspektion des über 70 Jahre alten technischen Denkmals ein Zeichen dafür, dass das Hebewerk demnächst wiedereröffnet wird ? Die Frage, die sich nicht nur den Bewohnern der Siedlung Schiffshebewerk stellt, beantwortet WSA-Chef Friedrich Koop mit einem klaren Nein. Das Schiffshebewerk werde zwar auf Herz und Nieren geprüft. Aber das habe nichts mit einer Nutzung in irgendeiner Richtung zu tun, erklärte er. Alle sechs Jahre müssen laut Koop Wasserbauwerke auf Betriebs- und Standsicherheit geprüft werden. Das werde jetzt gemacht. Dabei gehe es sowohl um Risse im Beton als auch um die Stärke der Korrosionsschutzschicht. Wenn das Gutachten des Ingenieurbüros fertig ist, werde mit den Reparaturen begonnen.

Gespräche laufen noch

Herausgeworfenes Geld, falls das Zweischwimmer-Hebewerk stillgelegt wird ? Auch das verneint der Amtsleiter. Es gebe ja die Alternative, das Hebewerk in ein begehbares Denkmal ohne Schiffsverkehr umzufunktionieren. Aus dafür müsse das Bauwerk sorgfältig geprüft werden.

Die Bundesbehörde ist für die Verkehrssicherheit in jedem Zustand verantwortlich.

Wozu sich Koop nicht äußert : Noch immer sind die im Mai wieder aufgenommenen Verhandlungen der Stadt und des Fördervereins Technische Denkmale im Gange.

Bei einer Bürgerdiskussion hatte Bundesverkehrsminister Tiefensee Gesprächsbereitschaft signalisiert. Inzwischen deutet sich im Zusammenhang mit dem Neubau in Niederfinow das Wiederbesinnen auf energiesparende Hebewerkstechnik an. Zwischen Berlin und Magdeburg / Region sind noch längst nicht alle Argumente ausgetauscht.