Der große Festumzug am 21. Juni soll die 1000-jährige Geschichte der Stadt Wolmirstedt abbilden. Klar, dass auch die Lederfabriken dazugehören. Seit gut vier Wochen arbeiten die Enkel des Fabrikanten Wilhelm Lindekugel an ihrem Festwagen, der mit einigen historischen Arbeitsgeräten bestückt wurde.

Wolmirstedt. Es gab mal eine Zeit, da hatte die Stadt Wolmirstedt fünf Lederfabriken. Noch heute erinnert die bronzene Skulptur eines Gerbers auf der Schlossdomäne an diese Blütezeit des Lederhandwerks.

Natürlich soll sich die für die Stadt prägende Geschichte der Lederfabriken auch im großen Festumzug wiederf nden. Seit mehreren Wochen arbeiten Michael Nielebock und Gabriele Heinrich schon mit einigen Helfern an ihrem Wagen für den Umzug. Die beiden sind die Enkel von Wilhelm Lindekugel, der zwischen 1858 und 1972 die Glacélederfabrik an der Ohre betrieb. Fleißig mit am Werkeln ist auch Dieter Kerl, der in der Lindekugel-Fabrik als Prokurist arbeitete und später in der Lederfabrik von Otto Heim beschäftigt war. Er kann zu fast jedem alten Gerät, das sich auf dem Festwagen befndet, eine Geschichte erzählen.

Doch bevor die Besucher des Festumzuges den Wagen zu sehen bekommen, muss erst noch ein kleines Problem gelöst werden. " Wir suchen dringend noch einen Fahrer für den Belarus-Traktor, der den Wagen zieht ", erklärt Michael Nielebock. Der Traktor ist vorhanden, nun wird nur noch jemand gesucht, der ihn fahren kann. Wer helfen will, damit der Lederfabrik-Festwagen auf die Strecke kommt, kann sich telefonisch bei der Volksstimme melden, wir stellen den Kontakt her.

" Wir würden uns auch freuen, wenn sich noch Nachfahren des Lederfabrikanten Otto Heim melden und mit auf den Wagen kommen ", ergänzt Gabriele Heinrich. Denn mit Klaus Möbis ist schon eine weitere Lederfabrik persönlich auf dem Wagen vertreten. An die von Otto Heim erinnert bisher nur ein Foto.