Die Stadt Haldensleben plant den Bau eines neuen Hafens am Mittellandkanal. Für die Erschließung sind zunächst 4 Millionen Euro vorgesehen, die die Stadt aus eigener Tasche bezahlt. Das Projekt hat bereits im Stadtrat für Unmut gesorgt – wegen der hohen Investitionssumme und wegen der befürchteten Lärmbelästigung für die Anwohner.

Haldensleben. Für neue Großansiedlungen bietet das Haldensleber Gewerbegebiet an der B 71 keinen Platz mehr. Deshalb suchte die Stadt nach neuen möglichen Industrief ächen, auf denen sich Investoren ansiedeln können. Fündig wurde man am Mittellandkanal. Auf der Althaldensleber Seite soll das Sondergebiet Hafen-Süd entstehen.

Für die Erschließung sind 4 Millionen Euro vorgesehen. Eine Investition, die im Stadtrat für Ärger sorgte. Zwar ist inzwischen die Kreditaufnahme für das Vorhaben vom Tisch, doch die Summe an sich bleibt : Die Stadt bezahlt sie aus eigener Tasche.

In Frage stellten einige Stadträte auch die Auslastung des Sondergebiets. Es gebe aber Anfragen von Unternehmen, die sich dort ansiedeln wollen, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung. Da Bürgermeister Norbert Eichler allerdings keine Namen nennen wollte, zweifelten einige Stadträte die Aussage an.

Der Südhafen sei laut Aussage von Bürgermeister Eichler schon seit 1996 in Planung und damit kein Projekt, dass " auf die Schnelle " aus der Taufe gehoben werde. Und mit dem für dieses Jahr vorgesehenen Ausbau der Kanal-Stadtstrecke sollen auch die entsprechenden baulichen Vorbereitungen für den neuen Hafen geschaffen werden.

" Wir können doch nicht erst warten, bis Investoren vor der Tür stehen und ihnen dann sagen, ‚ Gedulden Sie sich doch bitte noch zwei oder drei Jahre, bis wir so weit sind. ‘ Dann wären sie ganz schnell wieder verschwunden ", sieht Eichler die Notwendigkeit, Industrief ächen schon vorzuhalten. Zumal sich die Stadt auch als Wirtschaftsstandort in Konkurrenz mit anderen Kommunen bef ndet.

Das Sondergebiet sorgt auch bei den Anwohnern für Ärger. Sie befürchten eine massive Lärmbelästigung, wenn der Hafen in Betrieb ist. Denn im Sondergebiet soll der Betrieb rund um die Uhr laufen können. Auch eine 24-stündige Verladung ist vorgesehen. Welche Lärmbelästigung dabei entstehen kann, wissen die Anwohner der Hafenstraße. Sie fühlen sich zum Teil vom Betrieb des bereits bestehenden UHH-Hafens belästigt.

Von der Belästigung, die vom Südhafen ausgehen könnte, wären in erster Linie die Anwohner der Hintzenberstraße betroffen. Sie befürchten eine Verminderung ihrer Lebensqualität. Auch f nanziell rechnen sie mit Einbußen, wenn sie ihre Häuser, die sie im neuen Wohngebiet an der Hintzenbergstraße gebaut haben, verkaufen wollen.

Was sagen Sie, liebe Leserinnen und Leser ? Kreuzen Sie ihre Antwort an und faxen oder senden Sie den nebenstehenden Coupon bis spätestens 25. Mai an uns. Die Auswertung f nden Sie am 30. Mai in Ihrer Volksstimme.