Fast 4000 Fotos aus der Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner hat Frank Schröder in den vergangenen drei Jahren digitalisiert. Was aus privatem Interesse begann, füllt vor der 1000-Jahr-Feier eine Marktlücke. Auf zwei CDs werden jetzt fast 1200 Fotos und Bonusmaterial für interessierte Bürger zum Kauf angeboten.

Wolmirstedt. Vor drei Jahren begann Ordnungsamtsmitarbeiter Frank Schröder damit, Bilder aus dem Stadtarchiv einzuscannen und für die Zukunft digital zu archivieren. Damals konnte er nicht erahnen, welches Ausmaß diese Arbeit einmal annehmen würde.

" Ich habe das zuerst aus privatem Interesse gemacht. Dann kamen Bilder vom Museum und von Otto Zeitke dazu, für die Gestaltung der Festschrift. Nachdem wir einen Aufruf für weitere Bilder gestartet haben, kamen und kommen auch weiterhin zahlreiche Bürger mit ihren Bildern vorbei ", erzählt Schröder.

So ist das digitale Bildarchiv der Stadt auf mittlerweile 4000 Fotos angewachsen. Das Abfotograferen und Einscannen hat selbst bei Frank Schröder immer wieder für einen " Aha " -Effekt gesorgt, zeigen die Ansichten doch nicht nur veränderte Straßenzüge und Bauwerke, die es teilweise schon nicht mehr gibt, sondern oft auch private Ansichten – ein buntes Sammelsurium aus der Stadtgeschichte.

" Manch einer wird vielleicht sogar einen Verwandten entdecken ", erzählt Steffen Lehmann. Der Videodesigner war an der Produktion der beiden Foto-CDs beteiligt, die es ab kommendem Montag, 10 Uhr, im Bürgerbüro der Stadtverwaltung zu kaufen gibt.

Die erste CD enthält 195 Fotos von Wolmirstedt aus den Jahren bis 1949, dazu gibt es eine gut sechsminütige Diashow. CD zwei bietet 1000 Fotos der Jahre 1950 bis 1989, dazu einen speziellen Bilderordner mit Ansichten der 950-Jahrfeier.

Das älteste Bild im Archiv ist das oben abgebildete. Es stammt aus dem Archiv von Otto Zeitke und zeigt die alte Ziegelei von Otto Logus in der Elbeuer Straße. " Das Bild muss aus der Zeit vor 1876 stammen. Wir haben das nur an dem rechts klein zu erkennenden Turm der Katharinenkirche erkannt. Der befand sich damals noch an der Südseite der Kirche und war viel kleiner als der heutige, der nach dem Abriss circa 1885 entstand. Deswegen muss das Foto vorher gemacht worden sein ", erklärt Schröder.

" Oft haben wir Bilder bekommen und mussten erstmal gemeinschaftlich schauen, was gezeigt wird. "

Marlies Cassuhn, Vorsitzende des Fördervereines zur 1000-Jahr-Feier, nahm die CD-Präsentation zum Anlass, sich bei denjenigen zu bedanken, die Fotos aus ihren privaten Archiven zur Verfügung gestellt haben. Wer möchte, kann auch weiterhin mit seinen Fotos ins Rathaus kommen.

Die ausgewählten Bilder auf den beiden CDs sind dank der technischen Bearbeitung nun in so guter Qualität vorhanden, dass sie auch ausgedruckt werden können. So gibt es die Erinnerungen eben nicht mehr nur zum Ansehen, sondern auch zum hundertfachen Anfassen.