Kleingärten bieten ihren Besitzern nicht nur einen großen Freizeit- und Erholungswert. Die Parzellen haben als entscheidender Teil des Grünflächenkonzeptes auch Bedeutung für Städte und Gemeinden. Am Sonnabend trafen sich die Vorstände der Vereine aus der Einheitsgemeinde Barleben mit Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff, um über ihre Sorgen und Nöte zu sprechen und die weitere Zusammenarbeit zu planen.

Barleben. Zehn Kleingartenvereine zählt die Einheitsgemeinde Barleben: zwei in Ebendorf, einen in Meitzendorf und sieben in der Ortschaft Barleben. "Das sind mehrere einhundert Menschen, die in ihren Vereinen eingebunden sind. Das macht uns ziemlich stolz", erklärte Ortsbürgermeister Horst Blume am Sonnabend.

Im Familienzentrum der LiBa hatte Armin Bartz, Kreisvorsitzender der Kleingärtner, die Vereinsvorstände zusammen mit Gemeindevertretern an einen Tisch gebeten. Ziel des Treffens war nicht nur der Austausch von Sorgen, Nöten oder Lob, sondern auch die Unterzeichnung einer Vereinbarung, welche die Zusammenarbeit der Kleingärtner und der Gemeinde auf eine neue Ebene führt.

"Wir planen den 1. Wettbewerb der Kleingartenvereine der Einheitsgemeinde Barleben", erklärte Armin Bartz. Jede Sparte, die sich bewirbt, wird von einer Jury besucht und in verschiedenen Kriterien bewertet. Punkte gibt es unter anderem für die Gestaltung der einzelnen Gärten, für die Kreativität der Präsentation beim Besuch der Jury, für die städtebauliche Einordnung der Sparte und deren zukünftige Ausrichtung. "Die drei besten Sparten werden auf dem Erntedankfest ausgezeichnet. Der Wettbewerbsbeste erhält nicht nur den Preis des Bürgermeisters der Einheitsgemeinde, sondern wird auch zum Landeswettbewerb deligiert", gab der Kreisvorsitzende Details der Vereinbarung preis, die von Franz-Ulrich Keindorff gern unterschrieben wurde.

Weiß der Bürgermeister doch, welche Bedeutung das Kleingartenwesen für eine Gemeinde hat. "Deshalb haben Sie mit dem Wettbewerbvorschlag bei mir offene Türen eingerannt", sprach Keindorff in Richtung der Vorstände. Das Gemeindeoberhaupt erklärte, dass man dankbar sei für die rege Beteiligung der Kleingärtner an den Festen und darauf nicht nur beim nächsten Umzug am 12. Juni hoffe, sondern vor allem im Hinblick auf die 950-Jahr-Feier der Gemeinde, die 2012 ansteht.

Die Vereinsvorstände bedankten sich bei den Gemeindevertretern für die andauernde Unterstützung ihrer ehrenamtlichen Arbeit. "Wir konnten endlich eine Motorhacke anschaffen. Das hilft uns sehr, die älteren Menschen in der Sparte zu behalten, weil es ihnen die Arbeit erleichtert", gab Eberhard Garz von der Sparte "Am Helldamm" ein Beispiel für gelungene Unterstützung.

Ebenfalls gelungen sei die Integration ausländischer Mitbürger in den Kleingartensparten. Die Vorstände berichteten vom friedlichen Miteinander der Nationen und davon, dass anfängliche Bedenken meist sehr schnell ausgeräumt wurden.

Große Bedenken hatte Armin Bartz dagegen, als es um die Zukunft des Kleingartenwesens ging. Schon jetzt sei mehr als die Hälfte der Pächter fast jeder Sparte über 60 Jahre alt. "Der demografische Wandel und das gewachsene Überangebot an Kleingärten könnten sich künftig zu einem Problem entwickeln, wenn wir nicht jetzt schon beraten, wie wir diesem Phänomen gegensteuern können", so der Kreisvorsitzende. Er bat darum, dass sich die Vorstände Gedanken machen, wie man Nachwuchs für das Kleingartenwesen gewinnen und dann auch in einer Sparte halten könne.

Diskutiert wurde auch die Problematik der erhöhten Schmutzwassergrundgebühr. Keindorff und Bartz erklärten den Vereinsvorständen, dass die Kleingärtner erstmal ein Jahr mit der neuen Gebühr leben müssten. "Eventuell kann man nach einem Jahr eine Sonderregelung zur Satzung durchsetzen", erklärte Keindorff. Den Kleingärtner schwebt vor, künftig nur fünf Zwölftel der Gesamtgebühr zu zahlen. "Wenn wir nur fünf Monate pro Jahr Wasser nutzen, kann auch nur fünf Monate Schmuutzwasser entstehen. Diese Regelung wäre fair, die würden wir mittragen", zeigte Bartz die gewünschte Marschrichtung des Kreisverbandes auf.