Das Wasserstraßen-Neubauamt Helmstedt hat Anfang des Jahres den Auftrag für den Neubau der Kanalüberführung Elbeu einschließlich des Ausbaus des Mittellandkanals vergeben. Ein Unternehmen aus Papenburg wurde mit der 56,5 Millionen Euro teuren Maßnahme beauftragt. Mit dem Bau der Überführung wird ein weiterer großer Schritt zur Fertigstellung der Osthaltung des Mittellandkanals getan. Bis Mitte des Jahres 2013 soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Derzeit wird in Elbeu der Damm ertüchtigt.

Elbeu. In der "Hohen Dammstrecke" nördlich von Magdeburg kreuzt der Mittellandkanal bei Elbeu die Hauptstrecke der Deutschen Bahn AG von Magdeburg nach Stendal. Die Kanalüberführung Elbeu wurde 1928 über die bereits bestehende Bahntrasse gebaut. Um das Lichtraumprofil der Bahnstrecke einzuhalten, stand damals für die Bauhöhe bis zur Kanalsohle (52 Meter über Normalnull) nur wenig Platz zur Verfügung. Deshalb wurde ein gemauertes Klinkergewölbe auf Stampfbetonwiderlager gebaut.

Im Zuge des Mittellandkanal-Ausbaus wird die alte Überführung in Elbeu abgebrochen und durch ein neues Überführungsbauwerk ersetzt. Unter Abwägung aller wirtschaftlichen, sicherheitstechnischen und baulichen Belange wurde vom Wasserstraßen-Neubauamt Helmstedt eine einschiffige Kanalbrücke im Rechteckquerschnitt als vorübergehende Ausweiche errichtet. Nach dem Bau der Ausweiche wird die alte Kanalüberführung unter Sperrung der alten Fahrt abgebrochen und anschließend an der gleichen Stelle eine zweischiffige Kanalbrücke über die Bahntrasse errichtet. Der Bodenabbau über dem alten Gewölbe und dessen Abbruch sind in einer zweiwöchigen Vollsperrung der Bahn vorgesehen.

Die neue Kanalüberführung wird als nach unten offener Rahmen aus Stahlbeton hergestellt. Dieser offene Rahmen wird aus wirtschaftlichen Gründen in gleicher Form auch unter der Mittelinsel zwischen alter Fahrt und Ausweiche sowie unter den Außenböschungen gebaut. Es wird ein insgesamt 164 Meter langer Bahntunnel entstehen.

Vor Beginn der Bauarbeiten am Kanalquerschnitt sind die Dammfüße für den Lastfall der Durchströmung zu ertüchtigen. Durch die Ertüchtigung der Dämme wird das Sicherheitsniveau so erhöht, dass ein Versagen der Dichtung nicht zu Schäden im Dammbereich führen kann.

Nach der Inbetriebnahme der einschiffigen Ausweiche wird die alte Fahrt mit Querdämmen abgeriegelt und trockengelegt. Danach wird die alte Kanalüberführung unter Vollsperrung der Bahn abgebrochen. Insgesamt sind für den Abbruch und Neubau 14 nächtliche und 17 Wochen durchgehende, eingleisige Sperrungen notwendig. Dazu kommen in der gesamten Bauzeit, die mit drei Jahren angegeben wird, noch weitere 28 nächtliche und zwei Wochen Totalsperrungen.

Zu den Planfeststellungsunterlagen für die Kanalüberführung Elbeu gehört auch ein Landschaftspflegerischer Begleitplan. Er sieht Vermeidungsmaßnahmen und umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vor. Zur Vermeidung von eingriffsbedingten Schäden wurden bereits im Jahr 2009 Zauneidechsen gefangen und umgesetzt, heißt es in einer Erklärung des Wasserstraßen-Neubauamtes. Die erforderlichen Baustraßen werden sollen möglichst nicht zurückgebaut und nach Beendigung der Baumaßnahme als Unterhaltungswege genutzt werden. Die Ahornallee zwischen der neuen und alten B 189 wird während der Baumaßnahme geschützt.

Die Natur-Eingriffsfläche wird mit 35,44 Hektar angegeben. 15 Ausgleichs- und 16 Ersatzmaßnahmen sind dafür als Kompensation auferlegt. Dazu gehören zum Beispiel die Wiederherstellung und Umgestaltung von Kleingewässern, die Entwicklung des Biotopkomplexes Rotehaus und die Erstinstandsetzung eines ehemaligen Militärgeländes bei Hillersleben.