Die kleine Dorfkirche von Grimme war am Sonnabend einmal mehr Veranstaltungs- und Kulturzentrum des Ortes. Nach der Eröffnung einer Bilderausstellung von Christa Hocker gab es noch eine Filmvorführung für die Besucher.

Grimme l "Es ist unsere zweite Kunstausstellung, und ich hoffe, es werden noch etliche folgen", begrüßte Annemarie Reimann am Sonnabendnachmittag die Besucher in der Dorfkirche zu Grimme. Genießen sie die Kreativität der Bilder, lud sie ein. 23 Kunstwerke von Christa Hocker waren in der Kirche verteilt. Die Ausstellung war schon einmal in der Dobritzer Kirche zu sehen. Bei dem Aufwand, der darin steckte, lag es nahe, die Präsentation in der gleichen Form noch einmal zu zeigen. Die Anregung für Grimme kam von Pfarrerin Salome Quos. Dabei liegt Grimme als Ausstellungsort nahe, da Christa Hocker seit vier Jahren in dem Dorf ansässig ist.

Die Hobbykünstlerin stammt eigentlich aus Söhre bei Hildesheim. "Ich bin auf dem Land groß geworden", sagte Hocker, die von 1970 bis 2009 in Berlin lebte. In Grimme sei es so schön, so ruhig. Christa Hocker liebt ihren Blumengarten. Und sie liebt die Malerei. Wenn erst der Spitzboden des um- und ausgebauten Hauses in Grimme fertig ist, will sie sich wieder ausgiebig ihrem Hobby widmen.

Die ausgestellten Bilder stammen aus den Jahren 1999 bis 2005. Eine Auswahl, es gibt noch mehr. Alle Motive entstammen ihrer Fantasie. "Viele sind an die Unterwasserwelt angelehnt", erläuterte die Malerin. Warum? Christa Hocker: "Weil es da so tolle Farbspiele gibt." Die 59-Jährige hat sich der Aquarellmalerei verschrieben - Aquarell mit Stift genauer gesagt. Beim Malen entstehen unterschiedliche Sachen, je nachdem, wie die Farben verschwimmen. Man wisse vorher nie genau, was rauskommt, so Hocker. Auch das Motiv entwickelt sich erst beim Malen.

Die Formen- und Farbenvielfalt ist auf jedem Werk neu zu entdecken. "Bei mir kann jeder was anderes im Bild sehen", so die Künstlerin, nichts ist vorgeschrieben. Jeder Betrachter kann es schön finden oder eben nicht.

Nach ihrem Blick auf die Werke musste Annemarie Reimann beispielsweise an die Bionik denken, verriet sie, an die Wissenschaft, die sich mit dem Bau und der Funktionsweise der lebenden Natur befasst. Aus den ergebenen Strukturen werde durch geschickte Farbwahl eine Gesamtkomposition geschaffen. Nicht zum schnellen Erfassen seien die Bilder gedacht, sondern zum geruhsamen Entdecken.

Seit 20 Jahren widmet sich Christa Hocker, die aus familiären Gründen erst 1992 ihre erste Berufsausbildung zur Rechtsanwalts- und Notargehilfin begann, der Malerei.

Ihre Bilder, die zum Träumen einladen, sind auch käuflich zu erwerben. Auch fertigt die Künstlerin auf Wunsch farblich passende Bilder für Geschäftsräume oder auch für privat an.

Kaffee, Tee und Kuchen gab es zur Ausstellunsgeröffnung in der Dorfkirche zu Grimme. Gespräche mit der Künstlerin konnten geführt werden, aber die meisten kannten schon die Frau aus ihrem Dorf und deren Mann, der für eine warme Kirche an dem Nachmittag gesorgt hatte.

Wieder einmal hatte sich das Gotteshaus in einen Veranstaltungsort, in einen Treffpunkt, in ein Kulturzentrum für die Gemeinde verwandelt. Nachdem sich alle die ausgestellten Bilder angeschaut hatten, wurde die Leinwand aufgestellt und das Licht gelöscht. Der Nachmittag bot gleichzeitig die Gelegenheit, einen Film zu zeigen, den Kirchengemeinde und Heimat- und Kulturverein gewonnen hatten, bei einem Preisausschreiben der Bauernzeitung.

"More than honey" erwies sich als eine interessante Dokumentation über Bienen, die durchaus auch betroffen machte. Bienen sind Thema in Grimme. Nicht nur, dass der Imker Bienenweide gepflanzt hat. In diesem Jahr sollen auch Blühstreifen angelegt werden.