Köthen/Zerbst l Das im September 2013 als Entwurf in den Kreistag eingebrachte Positionspapier des Kreistages zur Mindestschülerzahl-Verordnung des Landes kommt am 13. Februar im Kreistag zur Abstimmung. Der Kreis- und Finanzausschuss gab am Donnerstag den mehrfach überarbeiteten Entwurf frei.

In dem "Positionspapier des Kreistages" wird die Landesregierung aufgefordert, die Verordnung zur Schulentwicklungsplanung zu ändern. Auf die Erhöhung der Mindestschülerzahlen an Grundschulen von 15 auf 20 pro Jahrgang soll verzichtet werden. Zudem sollen die in der Verordnung angedeuteten Einzelfalllösungen "im Interesse des Erhalts kleiner Grundschulen in breitem Umfang geprüft und genehmigt" werden.

Die neuen Mindestschülerzahlen sollen bereits ab dem kommenden Schuljahr gelten. Bislang konnten kleine Grundschulen in dünn besiedelten Gebieten eine Ausnahmegenehmigung erhalten und mit lediglich zehn Schülern eine Einschulungsklasse bilden (reguläre Standorte brauchten 15 Schüler). Nunmehr soll dieses Minimum auf 15 Schüler heraufgesetzt werden (für reguläre Standorte 20 Schüler).

Dies führt nach Auffassung der antragstellenden Fraktion Freie Wähler des Kreistages zur Schließung von landesweit mindestens 50 Grundschulen. Zwar sieht die Verordnung des Landes auch vor, geschlossene Grundschulen zu reaktivieren, wenn wider Erwarten mehr Kinder zur Einschulung bereitstünden. Allerdings müsste dafür für fünf Jahre im Voraus eine Mindestschülerzahl von 120 (an regulären Standorten 160) Schülern nachgewiesen werden. Dies ist jedoch schlicht unmöglich. Im Positionspapier wird erklärt, dass aus Schulschließungen automatisch größerer Schülerverkehr entsteht. Dies bewirkt längere Fahrzeiten für mehr Schüler. Die Ausstrahlung von Schulen auf dem Lande ginge den Orten verloren, was erhebliche Störungen der kulturell-sozialen Beziehungen der Dorfgemeinschaften bedeutet.