Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges in Nutha steht auf privatem Grund. Zu dieser Erkenntnis gelangte die Ortsbürgermeisterin, als sie eine Strafanzeige erstatten wollte, weil ein Helm gestohlen wurde.

Nutha l In vielen Orten entstanden nach dem Ende des Ersten Weltkrieges Denkmäler für die Gefallenen. Ewig sollte an die jungen Soldaten aus den Orten erinnert werden. Auch in Nutha wurde direkt neben der Nuthe ein Denkmal errichtet. Ein großer Stein erinnert hier seit fast einhundert Jahren an die Bürger, die ihr Leben während des Ersten Weltkrieges verloren. Später wurde das Denkmal mit den Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges erweitert.

Regelmäßig wird die Erinnerungsstätte gepflegt. Was bislang nicht bekannt war, ist allerdings, dass das Denkmal offenbar auf privatem Grund und Boden errichtet ist. Bemerkt wurde dies eher zufällig, schildert Ortsbürgermeisterin Sylvia Rothe.

Im vergangenen Jahr wurde der Helm über dem Denkmalstein entwendet, erinnert sie sich. "Ich wollte deswegen Anzeige erstatten", sagt sie. Dabei sei aufgefallen, dass das Kriegsdenkmal nicht auf dem Boden der Gemeinde steht. "Ich bin in der Vergangenheit immer davon ausgegangen, dass uns als Gemeinde der Boden gehört", wundert sie sich.

Doch solange die Gemeinde nicht Eigentümer des Bodens sei, könne sie auch nicht Anzeige wegen des Diebstahls erstatten, weiß sie. Noch ist offen, sagt sie weiter, wem das Gelände gehört, auf dem öffentlich der gefallenen Einwohner der Ortschaft gedacht wird. Auch wenn es in den vergangenen Jahren keine Rolle gespielt hat, wem der Boden gehört, müsste die Fläche doch der Kommune in Zukunft gehören, meint die Ortsbürgermeisterin. Schließlich werde an die Gefallenen des ganzen Ortes gedacht.

Vielleicht hat es auch Gründe, dass die Nuthaer vor nicht ganz einem Jahrhundert einen schattigen Platz an der Nuthe suchten für ihr Denkmal. In anderen Orten wurden die Gedenksteine meist mitten im Ort platziert. Warum das Denkmal in Nutha außerhalb der Bebauung aufgebaut wurde, ist offen. Sylvia Rothe meint, dass es damit zusammenhänge, dass die gefallenen Bürger nicht nur aus Nutha, sondern auch aus anderen Orten kommen. Deshalb sei der Stein nicht in Nutha direkt platziert worden, ist sie überzeugt.

Einen Hinweis, dass es sich nicht um eine öffentliche Anlage handeln könnte, gibt es dennoch. Von der Straße führt nicht einmal ein Weg zu dem Denkmal hin. Besucher, die sich die Inschrift auf den Steinen ansehen wollen, müssen am Feldrand entlang laufen.

Vielleicht ließe sich daran noch etwas ändern, meint die emsige Ortsbürgermeisterin. Im hundertsten Jahr nach Beginn des Ersten Weltkrieges könnte die Kommune einen Weg von der Straße zu dem Denkmal bauen, meint sie. 2014 wäre dafür ein gutes Jahr, ist sie überzeugt. Schließlich finden anlässlich des Jubiläums überall Gedenkfeiern statt. Vor diesem Hintergrund sollte das Denkmal in diesem Jahr besonders betrachtet werden, spricht sie sich dafür aus.