Mit rund zwölf Millionen Euro hat das Land seit 2014 Investitionen der Abwasserzweckverbände in ihr Kanalnetz gefördert. Die Zahl der im Landkreis tätigen Verbände blieb dabei gleich, allerdings sind sie mehrfach über die Kreisgrenze hinaus tätig.

Zerbst/Halle l Sachsen-Anhalt hat beim Anschluss der Grundstücke an das Abwasserkanalnetz mit den alten Bundesländern gleichgezogen: 94 Prozent aller Abwassereinleiter sind an ein Abwasserklärsystem angeschlossen, hieß es jüngst aus dem Landesverwaltungsamt in Halle.

Die Anschlussquote an zentrale Netze liegt ebenfalls auf einem hohen Niveau: Mit über 92 Prozent übertrifft Sachsen-Anhalt hierbei die anderen neuen Bundesländer.

Dafür wurden in den letzten zehn Jahren insgesamt 304 Millionen Euro Fördermittel durch das Landesverwaltungsamt ausgereicht und damit 1257 Projekte realisiert. "Kernstück der Förderpolitik des Landes war dabei die Schaffung leistungsfähiger und zukunftssicherer Strukturen. Dieses Ziel wurde mit dem gezielten Einsatz der Fördermittel unterstützt und schließlich auch erreicht", so der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye.

In den 1990-er Jahren glich die Verbandslandschaft in Sachsen-Anhalt noch einem kleinteiligen Puzzle. Im Jahr 2004 waren noch 185 Aufgabenträger für die Schmutzwasserbeseitigung zuständig. Inzwischen sind es noch 79 Einheiten, davon 49 Zweckverbände.

Dieser Prozess der Konzentration und Verdichtung wurde in Anhalt-Bitterfeld mit insgesamt 12 Millionen Euro unterstützt. Damit wurden in den Jahren seit 2004 insgesamt 88 Maßnahmen im Abwasserbereich realisiert. Im Landkreis ist die Erschließung weitestgehend abgeschlossen. Die Entsorgung erfolgt nun über ein modernes und leistungsfähiges Abwassernetz, heißt es in der von Pleye herausgegebenen Erklärung. 2004 waren im Raum des heutigen Landkreises Anhalt-Bitterfeld acht Zweckverbände für diese Aufgabe verantwortlich, zum Teil haben sich diese in den letzten Jahren mit anderen zusammengeschlossen oder die Aufgaben von Gemeinden übernommen. Allerdings erstreckt sich deren Zuständigkeit nach der Kreisneugliederung von 2007 nunmehr über die Kreisgrenzen von Anhalt-Bitterfeld hinaus. Die größte Abwasserbehandlungsanlage des Landes liegt mit dem Gemeinschaftsklärwerk Bitterfeld-Wolfen in Anhalt-Bitterfeld.

"Größere Verbandsstrukturen garantieren ein hohes Maß an Synergieeffekten, an Flexibilität und Spezialisierung. Durch die letzte Gebietsreform ergaben sich oftmals Anstöße, alte Strukturen auf den Prüfstand zu stellen und sich zusammenzuschließen. Dabei nimmt die Tendenz zu, Abwasserbeseitigung und Trinkwasserversorgung in eine Hand zu legen", erklärte Präsident Pleye abschließend.

Dennoch sei der Prozess längst nicht abgeschlossen. In einigen Teilregionen sind noch zahlreiche Erschließungsmaßnahmen zu leisten. Auch sind Strategien gegen den Rückgang der Einwohnerzahlen gefragt. Hier leistet vor allem die über das Land verteilte Nahrungsmittelindustrie einen großen Beitrag, denn sie sorgt maßgeblich dafür, dass die Kläranlagen im Regelfall gut ausgelastet sind.