Jütrichau/Wolfen l "Wir haben keine Angst vor der Wahl. Wir werden in alle Kommunalparlamente eintreten." Veit Wolpert, Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Anhalt-Bitterfeld, schwörte am Sonnabend seine Parteifreunde auf dem Kreisparteitag in Jütrichau auf die bevorstehenden Wahlen am 25. Mai ein.

Doch zuerst stand den Parteimitgliedern selbst ein Wahlmarathon bevor. Elf Wahlgänge galt es zu absolvieren, bis die Kandidaten zur Kreistagswahl in den Wahlbereichen 1 bis 6 sowie zur Kommunalwahl in den Kommunen feststanden, in denen keine FDP-Ortsverbände eine entsprechende Wahl vornehmen konnten. Lediglich einen Landratskandidaten bestimmte man nicht.

24 wahlberechtigte FDP-Mitglieder waren anwesend. Allerdings spiegelte dies nicht die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen wider. Entgegen dem Landes- und Bundestrend, legte der Kreisverband an Mitgliedern zu. Allein in den vergangenen drei Wochen hat man vier neue Mitglieder begrüßen dürfen. Und diese vier konnten alle zu einer Kandidatur bewegt werden. 105 Mitglieder sind es insgesamt.

Das Wahlprogramm ist noch in Arbeit. Doch die FDP stehe zum ländlichen Raum. Die in ABI vorhandenen drei Mittelzentren müssen erhalten bleiben, doch gelte es auch, den ländlichen Raum zu gestalten. "Wir wollen die Infrastruktur so lange, wie es sinnvoll ist, erhalten", betont Wolpert. Dies gelte für Schulen, Horte, Kitas, aber auch Verwaltung und Gewerbe.

Themen wie der Hochwasserschutz vor Ort müssten auch vor Ort entschieden werden. Die Schulentwicklungsplanverordnung müsse ebenso dringend überarbeitet werden wie das aktuelle Kinderförderungsgesetz des Landes.

Mit diesem und anderen Themen werden sich unter anderem die zukünftigen Kreistagsmitglieder auseinander setzen müssen. Für den Wahlbereich Zerbst war lediglich einer der elf Wahlgänge entscheidend: Die FDP nominierte für den Kreistagswahlbereich 1 Dr. Walter Elß auf Listenrang 1 und Dr. Stefan Riemschneider auf Listenrang 2.

Doch die FDP Sachsen-Anhalt steht in diesem Jahr noch vor einer weiteren Zäsur und wichtigen Wahl. Cornelia Pieper wird ihren Parteivorsitz im Sommer abgeben. "Das bedeutet auch für uns, dass wir uns neu positionieren müssen", sagte Guido Kosmehl, Mitglied des Kreisverbandes und des Landesvorstandes. 2016 steht die Landtagswahl an. "In Sachsen-Anhalt gibt es nicht viele Persönlichkeiten, die den Landesverband führen können", so Kosmehl. Mit Veit Wolpert habe der Kreisverband Anhalt-Bitterfeld bereits einen Landesvorsitzenden gestellt. Kosmehl brachte Wolpert auch für die Zukunft als möglichen Kandidaten ins Spiel. Doch zumindest am Sonnabend ging Wolpert nicht auf diesen Sachverhalt ein.

Während die FDP keinen Landratskandidaten präsentieren konnte, fordert Die Linke Landrat Uwe Schulze (CDU) heraus. "Wir werden einen Kandidaten ins Rennen schicken", sagt Kreisvorsitzender Frank Ressel über die Landratswahl am 25. Mai. Ein Name macht die Runde. Die Akener Stadträtin Kathrin Hinze soll Schulze auf dem Landratssessel folgen. Sie selbst warf am Sonnabend bei der Wahl der Kreistagskandidaten ihren Hut in den Ring.

Die 51-jährige Mitarbeiterin der Dessau-Roßlauer Stadtverwaltung muss allerdings noch eine wichtige Hürde nehmen, bevor sie Schulze ganz offiziell herausfordern darf. Die Kreisdelegiertenkonferenz der Linken muss die Kandidatur Hinzes am nächsten Wochenende bestätigen. Das dürfte jedoch nicht mehr als ein formeller Akt sein. "Wir werden danach über alle Einzelheiten berichten und unsere Kandidatin offiziell vorstellen", betont Kreisvorsitzender Ressel.

Kathrin Hinze ist durchaus wahlkampferfahren. Sie hatte bereits im Jahr 2008 das Bürgermeisteramt in Aken angestrebt. Sie war außerdem lange Jahre Mitglied in Elternvertretungen, gehörte dem Bundeselternrat an und war drei Jahre lang Vorsitzende des sachsen-anhaltischen Landeselternrates.

In allen sechs Wahlbereichen schickt die Partei insgesamt 51 Kandidaten für die Kreistagswahl ins Rennen. Um ihre Wahlchancen flächendeckend zu erhöhen, taktiert die Partei. Aus dem kandidatenstarken Bereich Aken, Osternienburger Land, Südliches Anhalt werden zum Beispiel drei Bewerber nach Zerbst "abgegeben". Darunter auch die Landratskandidatin Hinze.

Die Linke tritt in allen sechs Wahlbereichen zur Kreistagswahl an. Spitzenkandidatin im Wahlbereich 1 (Zerbst) ist Margitta Schild. Im Wahlbereich 2 (Aken) führt Angelika Rommel die Liste an. Die Köthener Linken setzen im Wahlbereich 3 auf Ronald Maaß. Auf Platz eins in Raguhn-Jeßnitz, Sandersdorf-Brehna, Zörbig (Wahlbereich 4) steht Bettina Kutz. In Wolfen (Wahlbereich 5) ist Günter Herder gesetzt. Die Liste in Bitterfeld (Wahlbereich 6) führt Werner Rauball.

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