Der Schenkladen in Deetz ist wieder geöffnet. Zum Saisonauftakt kamen zahlreiche Besucher. Der Laden ist Anlaufpunkt, um Dinge zu finden, die benötigt werden, oder um Sachen abzugeben, die vielleicht andere noch gebrauchen können. Ein Team aus Ehrenamtlichen sorgt für Ordnung.

Deetz l In die dritte Saison startete der Schenkladen in Deetz beim Coyote e.V. am Fabrikweg in der vergangenen Woche. Wie groß Bedarf, Zuspruch und vielleicht Neugierde sind, zeigte sich gleich am Eröffnungstag. Vor dem großen Backsteingebäude reihten sich die parkenden Autos aneinander ...

Hildegard und Hilmar Reichstein sind mit ihrem vollbeladenen "Frosch", so nennen sie ihren kleinen grünen Wagen, von Buhlendorf gekommen. Kisten und Kartons werden in den Schenkladen getragen. Ein Baby-Activitycenter ist dabei, Babykleidung - "Sachen von unseren Urenkeln", erklärt Hildegard Reichstein. Ein neu eingeschweißtes Buch, ein unbenutzter Rucksack - alles Sachen, die auf jeden Fall zu schade zum Wegwerfen sind, die andere noch gebrauchen können. "Wir kommen öfter hierher", so die Seniorin, "wir wissen, hier wird das gern genommen." Und sie packt noch mehr aus: frische Eier, selbstgekochte Marmelade - auch das trägt sie in den Schenkladen. "Das können wir gar nicht alles verbrauchen", geben die Buhlendorfer ihren "Überfluss" gerne weiter. Aber auch mitgenommen wird, wenn etwas dabei ist, sich etwas Passendes für die Urenkelkinder findet.

So soll es sein im Schenkladen - ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Brauchbare Sachen werden nicht einfach weggeworfen, sondern von anderen weiter genutzt. Ressourcen werden geschont.

Auch wenn der eigene Geldbeutel knapp ist oder die Rente zu gering ausfällt, lässt sich das ein oder andere im Schenkladen finden. Christa Lehnich aus Kalitz gehört zu den regelmäßigen Kunden im Schenkladen. "Man kann immer mal was gebrauchen", sagt sie. Zwei große Taschen brachte sie selbst mit, ein paar Sachen fand sie wiederum zum Mitnehmen. In den prall gefüllten Regalen findet sich so ziemlich alles, was zum Leben benötigt wird. Angefangen von der Kleidung, über Küchengeräte, Bücher, Geschirr bis hin zu gut erhaltenen Kinderwagen ist alles im Angebot und darf kostenlos mitgenommen werden. Natürlich darf, wer kann und möchte, eine Spende hinterlassen werden.

Damit im Schenkladen auch alles in geregelten Bahnen abläuft, sind ehrenamtliche Helfer vor Ort, wie zum Beispiel Christine Landgraf aus Lindau. "Ich kenne den Umsonstladen aus Magdeburg und war von der Idee begeistert", erzählt sie, wie sie zum Schenkladen nach Deetz kam. Von Anfang an ist sie dabei. Sie findet es gut, dass die Sachen nicht weggeschmissen werden, sondern noch Verwendung finden und anderen helfen können.

Zu den ganz fleißigen Helferinnen im Schenkladenteam gehört Marianne Stark-Bernicke aus Isterbies. Seit dem vergangenen Jahr ist sie dabei. "Ich muss raus zu Hause", sagt sie. Im Schenkladen kann sie sich beschäftigen, anpacken, herumwirtschaften, mit Leuten reden. "Das macht richtig Spaß". Auch aus Magdeburg oder Rodleben kommen Helfer. Mindestens zwei sind immer vor Ort. Jeder hilft, wie er kann, trägt sich in einen Plan ein.

Wie es ihre Zeit und ihr Nachwuchs erlauben, macht auch Jessika Werner mit. Bei sieben Kindern im Alter von 13 Jahren bis zwei Monaten ist das gar nicht so einfach für die junge Deetzerin.

In der vergangenen Woche erfreute sich der Schenkladen eines überaus regen Zuspruchs. Auch heute und morgen wird wieder geöffnet sein.

Regelmäßige Öffnungszeiten des Schenkladens in Deetz: Mittwoch von 14 bis 17 Uhr, Donnerstag von 16 bis 19 Uhr.

 

Bilder