Erst war es nur ein Schüler mit Eltern, dann kamen immer mehr: Viele Eltern und Kinder nutzten gestern den Tag der offenen Tür der Ciervisti-Schule, um sich ein Bild von der Ganztagsschule zu machen.

Zerbst l Lisa Markmann und Meike Krause aus der Klasse 5c warteten schon ungeduldig vor dem Hausaufgabenraum im Foyer der Schule. Mit ihnen wartete Lehrerin Carmen Otto. Um 15 Uhr sollte der erste Schulrundgang beginnen. Und nebenbei gab es ja auch noch ein vielfältiges Programm in der Aula anzuschauen. "Wir legen einfach schon mal los", entschied die Lehrerin, obwohl erst ein Kind mit seinen Eltern für den Rundgang bereit stand.

Die Führung sollte im Werkraum beginnen, der jedoch war verriegelt. Also ging es direkt weiter zur nächsten Station, dem Schulmuseum. Dazu musste die kleine Gruppe die Treppe in den Keller hinabsteigen. Dort unten trieft es nur so vor Stadt- und Regionalgeschichte. Die Deutsch- und Geschichtslehrerin Carmen Otto hat in dem Kellerraum eine Geschichtswerkstatt eingerichtet. Wie zum Beispiel Mönche im Mittelalter geschrieben haben, können die Kinder dort durch eigenes Versuchen nachvollziehen.

Während Carmen Otto noch Federkiel und selbstgemachte Tusche erklärte, füllte sich der Raum plötzlich mit weiteren Eltern und Schülern, den Nachzüglern des Schulrundgangs. Zeit für die Lehrerin, einen kleinen Schatz zu zeigen: Ein Buch mit angegrautem grünen Einband und altertümlicher Schrift. "Sehen Sie mal, ist das nicht etwas Schönes?". Gespannt schauten die Eltern, als Carmen Otto die ersten Seiten des Buchs öffnete. Es handelte sich um ein Buch, das im späten 19. Jahrhundert angelegt worden war. Darin sind die Lebensläufe aller Lehrer der Schule bis in die 1930er Jahre vermerkt. "Interessant", kommentierte ein Vater das.

Dann ging es weiter in diverse Unterrichtsräume, den Computerraum und den Biologieraum, bis die Gruppe schließlich wieder an ihrem Ausgangsort, dem Hausaufgabenraum, angelangte.

Aus der Aula konnte man zu diesem Zeitpunkt schon Musik hören. Die Schulband hatte dort gerade ihren Auftritt. Die vielen Menschen im Publikum sorgten dafür, dass es schnell recht stickig in der Aula wurde. Doch vor allem die beiden Sport-Stacker Tim Rostel und Tim Scheuer bewirkten, dass trotzdem niemand so schnell den Raum verließ. Beim Sport-Stacking geht es darum, bunte Plastikbecher möglichst schnell übereinander zu Pyramiden zu stapeln. Gelernt haben das die beiden Jungs bei Schulsozialarbeiter Norbert Krampitz, der eine AG für diese rasante Sportart anbietet.

Beim Tag der offenen Tür war natürlich auch der Schulleiter Franz Köppe anwesend. "Im kommenden Schuljahr werden wir eine dreizügige 5. Klasse hinbekommen, vielleicht läuft es auch auf Vierzügigkeit hinaus", verriet er. Die Vierzügigkeit läge im Interesse der Schüler und ihrer Eltern, da sie eine geringere Schüleranzahl pro Klasse bedeute: "Wir könnten besser auf jeden individuell eingehen".

An der Ciervisti-Schule werden derzeit 35 Kinder mit speziellem Förderbedarf unterrichtet. Das können Kinder mit Behinderungen oder Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen sein. Insgesamt besuchen 525 Kinder die Ciervisti-Schule. Angaben zu Schülerzahlen für das kommende Schuljahr konnte Köppe noch keine konkreten machen.

Bilder