Die 50. Zerbster Kulturfesttage im Jahr 2015 könnten sich aus gutem Grund zeitlich verschieben: Zerbst soll Korrespondenzstandort der Ausstellung "Alltag und Frömmigkeit in Mitteldeutschland" werden.

Zerbst/Magdeburg l Nach den Kulturfesttagen ist vor den Kulturfesttagen. Das gilt in diesem Jahr ganz besonders: Schließlich steht die 50. Auflage der vier Wochen voller Musik, Ausstellungen und Vorträgen bevor. Eine "inhaltliche Herausforderung", wie Stadtsprecherin Antje Rohm im Sozial- und Kulturausschuss sagte.

Ob die 50. Kulturfesttage wie gewohnt zwischen Mitte Februar und Mitte März veranstaltet werden können, ist noch offen. "Wir können und wollen Korrespondenzstandort werden", setzte Antje Rohm hinzu. Korrespondenzstandort für die Ausstellung "Am Vorabend der Reformation - Alltag und Frömmigkeit in Mitteldeutschland", die im Herbst 2013 in Mühlhausen unter dem Titel "Umsonst ist der Tod: Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation" eröffnet wurde, über den Sommer in Leipzig läuft und ab Herbst am Kulturhistorischen Museum Magdeburg bis zum 15. Februar 2015 zu sehen ist.

"Der gesamte Zeitraum wäre zu bedienen", erklärte Antje Rohm im Ausschuss. Das würde bedeuten, dass die Kulturfesttage etwa zwei Wochen nach hinten rücken müssten. Der Zeitraum würde beispielsweise benötigt, das Museum der Stadt auf die Kulturfesttage vorzubereiten.

Mit der Vorstellung im Sozial- und Kulturausschuss stellte die Stadtsprecherin die Verschiebung der traditionsreichen Kulturveranstaltung zur Diskussion.

An der Ausstellung "Am Vorabend der Reformation - Alltag und Frömmigkeit in Mitteldeutschland" ist Zerbst schon jetzt zentral mit Regiebuch und Textbüchern des Zerbster Prozessionsspiels, die im Februar 2012 im Stadtarchiv wieder entdeckt wurden, beteiligt.

Für Zerbst gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie der Korrespondenzstandort interessant gestaltet werden könnte: Die Dauerstellung im Museum noch intensiver auf spätmittelalterliche Frömmigkeit und das Prozessionsspiel zuschneiden oder einen Rundgang passend zum Prozessionsspiel gestalten. "Dann wir die ganze Stadt zum Exponat", sagte Christina Linke, Leiterin des Korrespondenzstandortprojektes am Kulturhistorischen Museum in Magdeburg.

Neben Zerbst werden unter anderem Stollberg/Harz, Halberstadt, Groß Ammensleben, Magdeburg mit Dom und Landeshauptarchiv, Mansfeld, Merseburg und Stendal Korrespondenzstandorte für die Ausstellung. Damit strahle "Am Vorabend der Reformation - Alltag und Frömmigkeit in Mitteldeutschland" ins ganze Land aus, setzte Christina Link hinzu. Die Korrespondenzstandorte sollen zum einen für die Hauptausstellung in Magdeburg werben, Magdeburg aber zugleich auch das Interesse wecken, in die Korrespondenzstandorte zu fahren, sagte Freya Paschen, am Kulturhistorischen Museum für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Dr. Hartmut Kühne, Kurator der Hauptausstellung, hatte bei seiner Recherche im Land eine Liste mit Orten erstellt, die als Korrespondenzstandorte in Frage kommen. Aufgeführt wurden Orte beispielsweise, weil dort noch Bebauung oder Raumausstattung (zum Beispiel in Kirchen) aus der Zeit vor der Reformation zu sehen ist.