"Älter werden - wohnen bleiben bei der BWZ": Unter diesem Motto hat die Bau- und Wohnungsgesellschaft Zerbst ein Beratungscenter zur Prävention im Alter eröffnet.

Zerbst l Für viele ältere Menschen ist es wichtig, im hohen Alter solange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Doch nur wenige Wohnungen sind altersgerecht oder sogar behindertengerecht.

Den Bedarf an solchem Wohnraum hat auch die BWZ erkannt und nun Taten folgen lassen. Im Beisein von zahlreichen Partnern konnte der BWZ-Geschäftsführer Joachim Schlichter sowie dessen Nachfolgerin Daniela Kock am Donnerstag das Beratungscenter mit Musterbad und weiteren Ausstellungsstücken feierlich im Weinberg 4 eröffnen.

"Wir haben eine ganzheitliche Lösung finden können."

Joachim Schlichter, Geschäftsführer BWZ

"Uns ist diese Idee nach dem letzten Seniorentag gekommen", erzählt Joachim Schlichter. Mit Experten habe man sondiert, was in Bezug auf altersgerechtes Wohnen möglich ist, welches Leistungsspektrum angeboten werden kann. "Ich finde, wir haben eine ganzheitliche Lösung gefunden." Mit Hilfe des zertifizierten Musterbades, der Ausstellungsstücke sowie bildlicher Darstellungen können sich Mieter nun ein Bild darüber machen, welche Möglichkeiten einer alters- und behindertengerechten Installation einer Wohnung bestehen.

Der Fokus liegt nicht ohne Grund auf dem Bad. Einen wichtigen Kooperationspartner hat die BWZ in dem Verein "Prävention im Alter" (PiA) gefunden. Dieser ist am Institut an der Hochschule Magdeburg-Stendal angesiedelt. "Der Fokus liegt hier auf dem Sanitärbereich, weil uns in unserer Beratungstätigkeit die meisten Anfragen dazu erreichen", erklärt Yvonne Jahn, Projektleiterin.

Vorgesehen ist, die Erstberatung im Beratungscenter im Weinberg 4 durchzuführen. Voraussichtlich wird es monatlich Sprechzeiten geben. "Darüber werden wir uns noch in den kommenden Tagen verständigen und dann die Öffentlichkeit informieren", ergänzt Joachim Schlichter. Die weiterführende Beratung werde dann jedoch bei den Interessenten vor Ort passieren. "Es ist einfach notwendig, die Gegebenheiten vor Ort zu kennen, um beurteilen zu können, wie den Menschen geholfen werden kann", betont Yvonne Jahn.

Dabei umfasst das Beratungsangebot des Vereins nicht nur den Sanitärbereich. "Wir beraten umfassend, welche Maßnahmen in der Wohnung präventiv möglich sind, schließlich sind wir eine Wohnberatungsstelle." Des Weiteren hilft PiA bei der Vermittlung zwischen Mietern und Vermietern, bei der Planung von Baumaßnahmen sowie rund um die Antragsstellung von möglichen Fördermitteln.

"In der BWZ wird zudem derzeit ein gesamtheitliches Konzept für seniorenfreundliches Wohnen erarbeitet", teilte Joachim Schlichter mit. Auch dort ist PiA involviert.

Der Standort des Beratungscenters ist im Weinberg 4 nicht zufällig gewählt. "In Zerbst gibt es zwei für ältere Menschen vorgesehene Gebäude", merkte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) in seinem Grußwort an. Beide Gebäude bedürfen einer Sanierung. "Wir haben uns dafür entschieden, den Weinberg 4 als erstes Gebäude zu ertüchtigen", sagte Dittmann. Hier würde nun zuerst Akzente gesetzt. In einem Zeitraum von drei Jahren soll der Wohnblock segmentweise modernisiert werden. So soll perspektivisch der Wohnungsbestand verbessert werden. "Das ist auch notwendig", erläuterte Dittmann weiter. Altersgerechter Wohnraum ist nicht nur durch Bewohner der Kernstadt nachgefragt. Auch sind Zuzüge aus dem Umland zu verzeichnen. Ein Faktor, der das Mietinteresse hebt, sei beispielsweise das Vorhandensein eines Fahrstuhles, wie es auch im Weinberg 4 der Fall ist.

Die Planungen zur Modernisierung des Weinberges 4 laufen derzeit noch.

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