Nach und nach laufen die Bürgerarbeitsstellen aus. Das trifft ab April auch auf die Besetzung der Sammlung "Katharina II." zu. Christine Ebert und Manuela Härtel haben heute ihren letzten Arbeitstag.

Zerbst l Sie sind beide aus der Sammlung "Katharina II." eigentlich nicht wegzudenken. Christine Ebert und Manuela Härtel sind seit mehr als zweieinhalb Jahren das Team, das die Besucher tagtäglich in der Sammlung begrüßt. Doch ihrer Arbeitsverhältnisse enden heute. Die Bürgerarbeitsstellen laufen nach und nach aus.

"Es war eine tolle Zeit. Wir beiden würden sehr gern bleiben", sagt Manuela Härtel. Sowohl die Arbeit in der Sammlung als auch die Atmosphäre im Rathaus werden beide vermissen. "Wir sind hier wie echte Mitarbeiter behandelt worden. Wir waren nie nur die Bürgerarbeiter", erinnert Christine Ebert. Der Umgang mit den Kollegen in der Verwaltung war stets gut und unkompliziert.

So werden die beiden Zerbsterinnen auch die Besucher der Sammlung in Erinnerung behalten. "Wir haben hier Menschen aus vielen Ländern kennenlernen dürfen", sagt Manuela Härtel. "Die Russen zum Beispiel können meistens gut Deutsch. Da war die Verständigung nie ein Problem." Lediglich bei einer Gruppe chinesischer Touristen war auch die Verständigung mittels Händen und Füßen komplizierter als sonst. "Aber auch das haben wir hingekriegt."

Beide haben vor Beginn dieser Arbeit über Zarin Katharina und diesen Teil Zerbster Geschichte nur wenig gewusst. Die Frauen haben Bücher gelesen, Wissen gesammelt. Und auch von den Besuchern historische Fakten gelernt. "Wenn Gäste nach einem Schlossbesuch zu uns kommen, haben sie oft so viel zu erzählen. Das ist auch für uns eine Bereicherung. Manche Besucher sind bis zu einer Stunde hier geblieben."

So schön die Erinnerungen sind, so bitter ist der Blick in die Zukunft. Christine Ebert wurde bereits durch ihren Fallmanager mitgeteilt, dass sie aufgrund ihres Alters für keine weitere Arbeitsmaßnahme vorgesehen wird. Sie ist 58.

Manuela Härtel hingegen ist 46. "Ich habe bereits ein neues Praktikum in Aussicht", erzählt sie. Doch allzu große Hoffnung setzt sie nicht darauf. Dafür seien solche Maßnahmen schon zu oft erfolglos geblieben.

Der Wegfall der beiden Bürgerarbeiterinnen stellt nun die Verwaltung vor die Aufgabe, die Öffnungszeiten der Katharina-Sammlung anderweitig zu besetzen.

Dementsprechend werden sich im April und Mai die Öffnungszeiten ändern. Montags und dienstags bleiben Sammlung und das städtische Museum geschlossen. An allen anderen Tagen öffnen die beiden Einrichtungen von 10 bis 17 Uhr. Anders ist es personell nicht machbar, sagt Bürgermeister Andreas Dittmann. Die Mitarbeiter des Museums decken in den kommenden Wochen die Öffnungen ab.

Allerdings hat die Stadt die Aussicht darauf, künftig eine Stelle im Rahmen der Maßnahme "Aktiv zur Rente plus" zu erhalten.