Der Kochverein Anhalt-Dessau schreibt zum zweiten Mal für gastronomische Einrichtungen einen Wettbewerb für das Regionalgericht Anhalt aus. Voraussetzung für die Teilnahme 2014 ist die Verwendung von Produkten aus Lindau und Loburg.

Dessau-Roßlau l "Wir denken hauptsächlich regional und wollen etwas für die Stärkung der Region tun", sagt Thomas Wolffgang, Vorsitzender des Kochvereins Anhalt-Dessau. Vor allem seit den Neuwahlen an der Vereinsspitze im vergangenen Jahr entstehen aus dieser Intension eine Reihe neuer Ideen im derzeit 37 Mitglieder zählenden Kochverein. Der ist im Übrigen nicht nur der mitgliederstärkste und aktivste der drei sachsen-anhaltischen Kochvereine - es gibt sie noch in Halle und Magdeburg - sondern auch der mit dem jüngsten Altersdurchschnitt.

Viel hat der Verein in der Vergangenheit zum Beispiel auf dem Gebiet von Jugendwettbewerben gemacht. Aber "jetzt wollten wir auch etwas für die gestandenen Gastronomen entwickeln", so Wolffgang.

Regionale Produkte treffen regionale Küche

Daraus entstand die Idee für das Regionalgericht Anhalt. Die erste Auflage gab es 2013. Neun Gastronomen beteiligten sich. Mehr ins Boot zu bekommen, sei unter anderem wegen des Hochwassers schwierig gewesen. Der Sieg ging an das Restaurant im Alten Theater Dessau mit der "Kavalierstour Fürst Franz". Beim Vorjahressieger wurde am Freitag auch der Startschuss für den Wettbewerb Regionalgericht Anhalt 2014 gegeben. Thomas Wolffgang: "Wir hoffen, an 2013 anknüpfen zu können und wollen uns jährlich steigern."

"20 Gastronomen aus der Region haben wir zunächst an- gemailt", erklärt der 2. Vereinsvorsitzende Jörg Bernstein, der sich auch um die Öffentlichkeitsarbeit und die Internetauftritte des Kochvereins kümmert. Mitmachen können aber alle interessierten gastronomischen Einrichtungen der Region Anhalt.

Entstehen soll ein Hauptgericht, das "die Chance hat, ein traditionsreiches Regionalgericht zu werden". Dabei gehe es nicht darum, dass ein Gericht nachgekocht werde, das es früher schon mal gegeben habe. "Es geht um neue, moderne Ideen." Im "Untertitel" heißt es zum Wettbewerb "Regionale Produkte treffen die regionale Küche". Dafür hat der Kochverein mit der Regionalmarke Mittelelbe in diesem Jahr einen neuen Partner an der Seite.

"Uns treibt das gleiche Anliegen. Wir wollen die Regionalität auch in der Küche voranbringen, da Wegbereiter sein. Das ist wieder ein kleiner Baustein dazu, dass sich Gäste, Touristen hier noch wohler fühlen", begründet Regionalmarken-Vertreter Dr. Ralf-Peter Weber, warum er dabei ist.

Siegergericht kommt auf die Speisekarte

Gemeinsam wurde überlegt, in den Wettbewerb zwei konkrete regionale Produkte einzubeziehen, weil in der hiesigen Gastronomie noch stärker mit solchen Produkten gearbeitet werden könne. Die Entscheidung fiel auf Rückenfleisch vom Duroc-Schwein, einer alten Schweinerasse mit hochwertigem Fleisch, von der Schweinemast GmbH Loburg sowie Ziegenfrischkäse vom Ziegenhof Warnke aus Lindau. "Das sind zwei klassische Landwirtschaftsbetriebe, die wir auch als Regionalmarke unterstützen wollen", unterstreicht Weber.

So soll der Wettbewerb um Anhalts Regionalgericht 2014 ablaufen: Bis zum 27. April können sich gastronomische Einrichtungen beim Kochverein für die Teilnahme bewerben. Am 7. Mai stehen die Produkte im Berufsschulzentrum "Hugo Junkers" in Dessau zur Abholung bereit. Die Köche können damit üben und ihre Gerichte entwickeln. Einzureichen sind dann die Rezeptur des Gerichts, die Rezepturbeschreibung sowie ein Name. Zwischen dem 12. und dem 23. Mai macht sich ein Zweier- oder Dreier-Team mit Vertretern des Kochvereins und der Regionalmarke nach vorheriger Abstimmung zu Testessen in die einzelnen Restaurants auf.

Vor der Verkostung gibt es jedoch zunächst ein Gespräch mit dem Koch oder der Köchin. Die Wettbewerbsveranstalter wollen wissen, wie sie sich mit den Produkten auseinandergesetzt haben, welche Philosophie hinter dem Gericht steht.

Beim Siegergericht 2013 mit einem Tafelspitz im Mittelpunkt sei beispielsweise der Bogen von Anhalt nach Italien geschlagen worden, wohin Fürst Franz Kavalierstouren unternommen habe, mit mediterraner Ausrichtung und auch in der farblichen Gestaltung.

Nach dem Gespräch wird gegessen und danach gibt es noch eine erste gemeinsame Auswertung mit dem Koch.

"Wir hoffen auf zahlreiche Bewerbungen", sagt der Kochvereins-Vorsitzende. Auf den Sieger warten eine Urkunde und ein Außenschild für das Haus. So wird das Wettbewerbsergebnis für die Gäste sichtbar - und, "dass hier jemand etwas für die Region und regionale Produkte getan hat".

Der Kochverein hat die Erfahrung gemacht, dass es durchaus Besucher gibt, die ganz gezielt solche Gaststätten aufsuchen, nach den Gerichten fragen. Wettbewerbsbedingung ist, dass zumindest das Siegergericht auch nachhaltig auf die Speisekarte kommt. Thomas Wolffgang: "Am optimalsten wäre, wenn dem Haus dafür die Türen eingerannt werden".

www.kochverein-anhalt-dessau.de