Lindau hat eine neue Sensation, die womöglich künftig zahlreiche Touristen an die Burg locken wird. Bei Sanierungsarbeiten an der Ringmauer wurde ein Einhornskelett gefunden.

Lindau l Es musste zunächst der Mantel des Schweigens darüber gehüllt werden. Bei Sanierungsarbeiten an der Ringmauer der Lindauer Burg waren die Arbeiter auf Knochen gestoßen. Das war zunächst noch nicht ungewöhnlich. Die Sache wurde gemeldet, um die Archäologen zu Rate zu ziehen. Vor Ort schauten sich die ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Holger Specht und Dr. Jörg Lobedank sowie Archäologiestudentin Lara Anderson die Sache an und legten in der vergangenen Woche ein Skelett frei. Groß war die Überraschung, als immer mehr von einem Schädel zum Vorschein kam mit einem Horn an der Stirn.

Das Trio ging euphorisch an die Dokumentation des ungewöhnlichen Fundes, Fotos wurden gemacht und akribisch gemessen und notiert. Eine Notbergung des Skelettes wurde durchgeführt, um es dann an die zuständigen Behörden weiterzuleiten. Die Experten sollten sich weiter um den Fund kümmern. Per C14-Methode zur Datierung wurde das Alter bestimmt.

Jetzt kam die Bestätigung durch den Paläonthologie-Professor Detlef Ekrats - es müsse sich um ein Sumpfwaldeinhorn handeln, das im 8. Jahrhundert verendete. Es müsse eines der letzten seiner etwa zu der Zeit ausgestorbenen Art gewesen sein, vielleicht sogar das letzte. Damit wäre der Nachweis erbracht, dass Einhörner tatsächlich existierten.

Diese Nachricht haute Holger Specht, Dr. Jörg Lobedank und auch die begeisterte Studentin um. Vielleicht findet man in Lindau noch mehr, zeigte sich Lara Anderson enthusiastisch. So einen Fund könne man sich als Hobbyarchäologe nur wünschen, meinten die beiden Männer.

Weitere Grabungen werden an der Lindauer Burg nun folgen. Ob das Einhornskelett irgendwann der Öffentlichkeit zugänglich sein wird, bleibt abzuwarten. Zunächst werden sich die Wissenschaftler vorbehalten, daran zu forschen. Aber Lindau hat nun auf jeden Fall eine Attraktion mehr vorzuweisen. Wie Lindau dies nutzt, hängt vom Ortsbürgermeister und den Aktiven ab.