Zum Gottesdienst nach schlesischer Liturgie trafen rund 100 Besucher in St. Trinitatis ein. Ellen Arndt, die die Treffen musikalisch begleitet, wurde als Ehrenmitglied in die Gemeinschaft Evangelischer Schlesier aufgenommen.

Zerbst l Die Vikare Markus Rinke aus Dessau und Janis Kriegel aus Breslau gestalteten am Sonntagnachmittag einen Gottesdienst nach schlesischer Liturgie in der Zerbster St. Trinitatiskirche. Vor über 20 Jahren hatte Pfarrer i.R. Heinz Lischke, der aus Schlesien stammt, die Brauchtumspflege schlesischen Kulturgutes in Zerbst etabliert und ausgebaut. Seither ist Zerbst, anfangs in St. Bartholomäi, dann in St. Trinitatis, zu einem zentralen Veranstaltungsort für die schlesisch-stämmigen Menschen geworden, der sogar bis ins thüringische hinein anzieht.

Am Sonntag kamen rund 100 Gottesdienst-Besucher aus Zerbst, aber beispielsweise auch Aken, Dessau oder auch Neinstedt und Roßlau in die Trinitatiskirche. Sie alle konnten hier einmal mehr auch die musikalische Begleitung an der Orgel durch die Zerbster Musikpädagogin Ellen Arndt erleben. "Sie ist uns allen sehr ans Herz gewachsen", sagte Vikar Markus Rinke. Er war in jüngerer Vergangenheit im Vakanzdienst in St. Bartholomäi tätig und hat zudem im vorigen Jahr die Fürsorge über die Aktivitäten der Landesarbeitsgemeinschaft der Gemeinschaft Evangelischer Schlesier von Heinz Lischke übernommen. "Ich weiß gar nicht mehr, wann genau das begann. Aber ich habe von Beginn an bei den Schlesiertreffen an der Orgel mitgewirkt", erinnert sich Frau Arndt. Für dieses ungebrochene Engagement dankte die Gemeinschaft, indem sie sie zum Ehrenmitglied ernannte. Besonders Vikar Rinke freute das sehr. "Frau Arndt ist eine große Stütze. Immer da, wenn man sie braucht, und es macht immer Freude."

Die verbreiteten auch die Mitglieder der Folkoloregruppe des Schlesischen Heimat- und Freundeskreises Roßlau e.V.. In original schlesischen Trachten, verliehen sie dem Gottesdienst wie dem anschließenden Beisammensein an der Kaffeetafel, vor allem aber durch ihre Gesangsdarbietungen einen sehr passenden Ausdruck. Die Folkloregruppe besteht zu zwei Dritteln aus Vertriebenen, vornehmlich Schlesiern, ein Drittel "sind Hiesige, die sich dem Thema verbunden fühlen", erzählte Gruppenmitglied Ulrike Wandke.

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