In den Zerbster Kirchgemeinden ist Ostern gefeiert worden.

Zerbst l Karfreitag: In St. Bartholomäikirche ist es still. Gerade eben noch sangen die Sänger und Sängerinnen der Zerbster Kantorei Passionsmusik, gerade eben noch spielte Kantor Tobias Eger an der Orgel, und gerade eben noch brannten die Kerzen auf dem Altar vor dem Kreuz mit dem sterbenden Jesus Christus. Pfarrer Albrecht Lindemann und Pfarrer Thomas Meyer stehen mit geneigtem Kopf vor dem Kreuz. Viele der Gottesdienstbesucher verharren ähnlich, sind tief berührt. Es ist die Sterbestunde Jesu, der Christen am Karfreitag gedenken. Als es geschah, blieben seine Jünger und Maria Magdalena zurück. "Am Tag, als Jesus am Kreuz starb, starb auch etwas in ihnen", erinnert Pfarrer Lindemann in seiner Predigt am Ostersonntag. Jesus Christus hatte ihnen etwas gegeben: Zuwendung, Vertrauen, Hoffnung. All das starb mit ihm an diesem Freitag. Das Licht und die Hoffnung schwinden.

Etwas ganz anderes geschieht in der Osternacht am Sonnabend: In der Zerbster St. Marienkirche sind die Gottesdienstbesucher fröhlich. Sie sind voller Erwartung, denn sie wissen, was kommen wird. Christoph Krüger trägt die Osterkerze in die St. Marienkirche. Der Gospelchor besingt es mit freudigem "Halleluja". Es wird wieder hell. Das Licht kehrt zurück, mit ihm die Hoffnung auf ein neues, ein anderes Leben. In dieser Nacht lassen sich viele Menschen taufen, um ein Leben mit Gott zu beginnen. So sagte der 12-jährige Wilhelm Beiche "Ja" zum Christlichen Glauben. Außer ihm ließen sich auch Nicole Platte und ihre beiden Töchter Laura und Maria Platte taufen. Nur wenig später entzündet das Feuer der Osterkirche das Feuer vor der Kirche. Und noch lange bleiben die Gottesdienstbesucher an diesem Abend zusammen. Sie sehen sich am nächsten Morgen wieder.

"Er ist erstanden, er ist wahrhaftig auferstanden", rufen sie sich am Ostersonntag in den Zerbster Kirchen zu und feiern die Auferstehung Jesus Christus. Ganz vorn in der ersten Reihe in der Bartholomäikirche sitzt die kleine Matilda Ernst bei ihren Eltern, die sich entschlossen haben, ihre Tochter taufen zu lassen. Und auch sie verbinden mit der Taufe Hoffnung und Vertrauen.

Aber da bleibt noch eine Frage: Hoffnung aus der Auferstehung? "Kann man an die Auferstehung glauben?", fragt Pfarrer Albrecht Lindemann in seiner Predigt. Ja, man kann. Als die Jünger von der Auferstehung erfuhren, kehrte etwas zurück: Sie hatten wieder Mut und Hoffnung auch angesichts des Todes. Das ist es, was Christen an Ostern feiern. "Von der Auferstehung geht eine Kraft aus", hebt Pfarrer Lindemann in seiner Predigt hervor. Eine Kraft, die die Welt verwandelt. "Sie ist nicht dem Tod ausgeliefert, sondern ihr ist das Leben bestimmt."

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