Zum ereignisreichen Wochenende in Zerbst gehörte auch der Zerbster Frühlingsball. Der Tanzclub Zerbst lud dazu am Sonnabendabend zum 21. Mal in den Katharina-Saal der Stadthalle ein.

Zerbst l Eingestimmt vom fast sommerlichen Wetter und der ihrem Namen gemäß durch den Saal musizierenden Hallenser Happy Swing Band waren die Frühlingsball-Gäste, als Tanzclub-Vorsitzende Veronika Zänsdorf und der moderierende Bürgermeister Andreas Dittmann sie begrüßten.

Vier Wochen später als gewohnt fand der 21. Zerbster Frühlingsball statt. Anders als beim Termin ist der Tanzclub nicht von seinem Niveau-Anspruch abgewichen. Andreas Dittmann versprach "erstklassigen Tanzsport" - und genau der war im fast viereinhalbstündigen Programm bis zum Finale kurz vor Mitternacht zu erleben.

Hervorzuheben sind dabei einmal mehr Vielfalt und Facettenreichtum des Turniertanzens, die auf das Stadthallenparkett gezaubert werden. Das reicht, machte der Moderator anfangs neugierig, "von Paaren, die noch am Anfang stehen, bis zu solchen, die bereits den Olymp des Tanzens erreicht haben".

Besonderheit in diesem Jahr: Fast durchweg alle, die zum Frühlingsball-Programm beitrugen, haben sich bereits Meriten wenigstens bei Landesmeisterschaften verdient. Andreas Dittmann konnte an diesem Abend von vielen Titeln und Erfolgen berichten.

So durchaus auch schon bei den jüngsten clubeigenen Paaren. Marten Weber/Shirin-Marie Franke, Niklas Wendt/Pauline Mann sowie Hendrik Horst/Anastasia Pluhm zeigten zum Auftakt mit jeweils drei Tänzen Proben ihres Könnens in Standard und Latein.

Bereits nach dem ersten Auftrittsblock mit Langsamem Walzer, Tango und Quickstep gab es, wofür der Frühlingsball auch steht - die Gästetanzrunden. "Alles Walzer - zum Kaiserwetter einen Kaiserwalzer" hieß es hier zunächst. Den ganzen Abend sollte dann die Happy Swing Dance Band in größerer Bühnenbesetzung für ein stets volles Parkett sorgen.

Platz auf dem Parkett ist dagegen gefragt, wenn Turnierpaare auf hohem Niveau solistisch agieren.

Die ersten waren hier Justin Wurbs/Justine Rodewald vom Tanzclub Zerbst. Seit September 2012 tanzen die beiden jetzt 17-Jährigen zusammen und sind in ihrer Altersgruppe derzeit Sachsen-Anhalts bestes Paar, belegt auch durch sehr gute Plätze in den Ranglisten des Deutschen Tanzsportverbandes. Für den Frühlingsball hatten sie mit einer Standard- und später einer Lateinkür zwei ganz besondere Präsentationen mitgebracht.

In den lateinamerikanischen Tänzen liegt die Leidenschaft von Franz-Axel Zänsdorf/Sabrina Tetzlaff. Beziehungsweise lag, denn die beiden verabschiedeten sich - nicht ohne Zugabe und mit sehr emotionalen Worten - vom Publikum. Eigens für den Frühlingsball hatten sie noch einmal zusammengefunden. Wegen beider Studien haben sie nicht mehr die Möglichkeit, wie notwendig zu trainieren. Ob sie Andreas Dittmann folgen, der ihnen die zwei Platzierungen ans Herz legte, die noch zur höchsten S-Klasse fehlen ...?

In der S-Klasse Standard sind Benedetto Ferruggia/Claudia Köhler mehrfache Deutsche Meister, Europameister und Weltmeister. Jetzt ist das für den TSC Astoria Stuttgart startende Paar ins Profilager gewechselt. Sie verzauberten im Katharina-Saal nicht nur mit ihren atemberaubenden Tänzen. In den Umziehpausen seiner Partnerin sorgte Benedetto Ferruggia für einen auch heiteren praktischen "Tanzunterricht". Ihre Zugabe, den von den Zuschauern gewünschten Quickstep, tanzten sie dann mit Livemusik der Band - ein ungeprobtes, beidseitig perfekt gemeistertes "Zusammenspiel".

Was fehlt zu einem mehr als runden Frühlingsball? Eine Formation. Dieses Jahr war es die A-Lateinformation des TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg, trainiert vom auch in Zerbst gut bekannten Horst Beer. Gleich zweimal, weil ebenfalls mit Zugabe, zeigten die Tänzerinnen und Tänzer nicht nur ihre schwungvolle Choreografie, sondern auch, wie sie mit dem ungewohnt schmalen Platzangebot in der Stadthalle professionell auskamen.

Ein mitreißendes Spiel der Bewegungen, Farben und Musiken in der besonderen Atmosphäre des festlichen Katharina-Saals war er wieder dieser Frühlingsball. Stehend applaudierend dankten die Gäste zum Finale den Akteuren auf dem Parkett und hinter den Kulissen und den Organisatoren mit Veronika Zänsdorf ganz vorn an.

 

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