Ein eigener frischer Weichkäse ist für alle Teilnehmer das greif- und essbare Ergebnis des Tagesseminars zur Käseherstellung im Umweltzentrum Ronney. Vom Ansäuern über Einlaben bis zum Einsalzen gab es die praktische Anleitung zur Eigenproduktion.

Ronney l Lecker!, lautet der Kommentar zu den Käsehappen auf der Gabel. Entspannt genießen die Teilnehmer des Seminars die Käseverkostung am Nachmittag. Gitte Kutschbach lässt kosten, was auf dem Glinder Ziegenhof produziert wird. Der eigene Käse der Teilnehmer muss noch ein letztes Mal gedreht werden. Soweit sind die Männer und Frauen schon gekommen. Soweit, dass sie den selber hergestellten Käse am gleichen Tag mit nach Hause nehmen können.

Die ganze Prozedur der Herstellung haben sie hinter sich. Schritt für Schritt ist Gitte Kutschbach die Käseherstellung durchgegangen, die Praxis gespickt mit wichtigen Informationen zu den Milcharten und Käsesorten, zu den Vorgängen, die bei der Käseherstellung ablaufen, zu den "Zutaten" und zu den Variationsmöglichkeiten.

Gitte Kutschbach, die mit ihrem Mann den Glinder Ziegenhof betreibt, hatte schon länger die Idee im Kopf, das Käse-selber-machen anzubieten. "Leute haben immer wieder nachgefragt, ob sie in der Käserei mal dabei sein können", erzählte die Diplom-Agraringenieurin. Das ist jedoch aus hygienischen Gründen nicht möglich. Bei einer Einsatzstellenkonferenz für FöJ-ler kamen Gitte Kutschbach und Mitarbeiter vom Umweltzentrum Ronney ins Gespräch. Das Vorhaben wurde durchdacht und in ein Konzept gefasst.

Ein Wochenendseminar und nach dem vergangenen Sonnabend vier Tagesseminare konnten mittlerweile durchgeführt werden. "Es gibt schon wieder eine Warteliste", so Ramona Schmied Hoboy vom Umweltzentrum. Der nächste Termin wird wahrscheinlich im Oktober sein.

Aus Biere, Wolfen, Sachsendorf, Wolmirstedt, Magdeburg und Zerbst kamen die 13 Teilnehmer diesmal, vier Männer in der Runde dabei. Bei den Hartmanns aus Magdeburg gönnte sich die ganze Familie das Erlebnis des Käsens. Joachim Hartmann erzählte, dass das Seminar ein Weihnachtsgeschenk der Tochter war. Statt materieller Dinge sollte es eine gemeinsame Aktivität der Familie sein.

"Viel besser als erwartet", war Joachim Hartmann am Ende begeistert. Besonders interessant fand er auch den Kräutergarten des Umweltzentrums. In einer der Ruhephasen des Käse ging es nämlich in den Schaugarten, um sich ausgewählten Kräutern zu widmen, die auch in der Käseherstellung Anwendung finden. Viele Sachen haben die Teilnehmer dort kennengelernt, von denen sie vorher nicht dachten, dass sie essbar wären. Seine Kräutervariation für den Käse konnte sich jeder individuell zusammenstellen.

Ja, zu Hause wolle man die Käseherstellung noch einmal alleine ausprobieren, waren sich die Teilnehmer am Ende einig. Mit Material und Tipps waren sie von Gitte Kutschbach ausgestattet worden. Sie kann sich nur freuen über das zugenommene Interesse an Ziegenkäse, an vor Ort hergestellten Bio- und Öko-Produkten, dem gewachsenen Qualitätsbewusstsein der Leute. 75 Mutterziegen hält die Familie Kutschbach auf ihrem Hof, über den die Seminarteilnehmer auch einiges erfahren konnten.

Mehr Infos zum Ziegenhof Glinde, dem Umweltzentrum und den Angeboten unter www.umweltzentrum-ronney.de und www.glinder-ziegenhof.de

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