Zerbst l Unter dem Titel "Lobgesang und Harfenklang" wurde am Sonntagnachmittag in der St. Bartholomäikirche musiziert.

"Originale Werke für eine ungewöhnliche Besetzung", das war die Intension der Sängerin Alena-Maria Stolle, im Jahre 2007 mit drei weiteren Musikern aus Weimar das Ensemble "A ceverus Wimariensis" zu gründen. Die "große" Besetzung lautet: Singstimme (Sopran), Violine, Harfe und Orgel. "Wir treten aber ebenfalls in verschieden zusammengesetzten kleineren Besetzungen auf", erzählte Alena-Maria Stolle nach dem Zerbster Konzert. Hier war ein Duo zu hören.

Die Sopranistin brachte die Harfenistin Julia Pritz mit. "Wir betrachten uns beide als begeisterte `Wahlthüringer`, obwohl Julia aus dem Hessischen und ich aus Leipzig stamme", erklärt die Sängerin. Das habe mit ihrer Ausbildung zu tun: Beide haben an der Musikhochschule "Franz Liszt" in Weimar studiert.

Das Duo präsentierte in dem etwa 75 Minuten dauernden Programm eine beeindruckende Stilvielfalt mit Werken von 13 Komponisten. Das erforderte von beiden Künstlerinnen eine gut gelungene, ausgeprägte Professionalität und eine schnell realisierbare Variabilität, um den charakteristischen Stilanforderungen von Barock über Klassik sowie Romantik bis zu Kompositionen des 20. Jahrhunderts künstlerisch gerecht zu werden. Alena-Maria Stolle verfügt über eine faszinierende Stimme. Scheinbar mühelos "bedient" sie die Höhen des Soprans, fühlt sich im Mezzo ebenso wohl wie in der Alt-Lage. Julia Pritz agiert als aufmerksame Begleiterin, gibt in den Zwischenspielen und den beiden Instrumentals von John Thomas und Gabriel Pierné sehr gelungen Kostproben ihres Könnens ab.

Das Konzert wurde mit den Glocken der Kirche im wahrsten Sinn des Wortes eingeläutet. Diese emotionale Stimmung nahm Alena-Maria Stolle mit der einfühlsamen Harfen-Begleitung von Julia Pritz mit dem "Gruß" von Felix Mendelssohn Bartholdy zu Heinrich Heines "Leise zieht durch mein Gemüt" auf. Das blieb im ganzen Konzert bewahrt.

Jeder der etwa 30 Zuhörer wird sich sicher seine "Favoriten" - Komponisten oder ein konkretes Stück - für sich ganz persönlich gewählt haben. Ob es die Ombra mai fu-Arie des Xerxes aus der Oper "Xerxes" von Georg Friedrich Händel oder "Solveigs Lied" aus der Schauspielmusik von Edward Grieg zu "Peer Gynt", das Stück vom "falschen Ritter" von Benjamin Britten oder das Lied "In der Mondnacht" von Peter Cornelius nach Text von Paul Heyse war, oder...

Im Konzert erklangen außerdem Stücke von Carl Philipp Emanuel Bach, Nicola Jomeli, Gabriel Fauré, Gabriel Pierné, Peter Tschaikowsky und César Franck.

Mit Rudolf Palmes "Halleluja! Der Herr ist erstanden" wurde das Konzert beendet. Das Publikum dankte mit viel Beifall. Als Zugabe erklang noch einmal die Xerxes-Arie.