Zerbst (jkd) l Müllberge in der Natur: Das ist leider keine Seltenheit. Auch nicht in Zerbst. Regelmäßig entsorgen Unbekannte Hausrat, aber auch Malerabfälle oder ausgediente Technik unter anderem auf einer Grünfläche an den Bahngleisen in der Nähe der ehemaligen Jannowitzbrücke.

"Kaum ist ein Haufen beseitigt, liegt der nächste da", sagt ein betroffener Anlieger, der seit Jahren die Situation beobachten muss. Wochenende oder werktags - es macht keinen Unterschied. Illegal wird hier regelmäßig Müll abgeladen. "Einmal hat hier sogar einer Teppiche entsorgen wollen", so der Anrufer. "Es wurde dann aber beiliegend einen Zettel mit dessen Adresse gefunden." Nachdem man den Zerbster angerufen und mit einer Anzeige gedroht hatte, lud dieser seine Teppiche wieder auf. "Es kann aber nicht die Aufgabe der Anlieger sein, die Besitzer ausfindig zu machen."

Die Stadt Zerbst empfiehlt in solchen Fällen, umgehend das Ordnungsamt unter den Nummern (03923/75 42 15, -16, -17 oder -22) zu kontaktieren. "Nachdem die Eigentumsverhältnisse des Grundstücks geklärt sind, kontaktieren wir den Eigentümer und fordern ihn auf, den Unrat zu beseitigen", erklärt Stadtsprecherin Antje Rohm auf Nachfrage. Dies gelte jedoch nur für Vorfälle innerorts. "Außerorts ist die Abfallbehörde des Landkreises zu informieren."

Letztlich werden die Kreiswerke mit der Beseitigung des Mülls beauftragt. Es sind Kosten, die in die Abfallentsorgungsgebühren mit einfließen. Allein 2013 sind 112 500 Euro an Kosten angefallen für die Beseitigung wilder Müllablagerungen im Landkreis. 259 Ablagerungen sind registriert worden.

Über die Menge an wilder Müllablagerungen führt die Stadt Zerbst keine Statistik. "Allerdings ist die Zahl massiv zunehmend", betont Antje Rohm.