Zerbst l Schwindel ist nach Kopfschmerzen eines der häufigsten Krankheitssymptome. Jeder vierte Deutsche ist davon betroffen. Vor allem ältere Menschen leiden oft unter vielfältigen Erscheinungsformen des Schwindels. Das Tückische von Schwindelerkrankungen ist, dass sie sich oft nur sehr schwer diagnostizieren lassen. Häufig stehen sie mit anderen Erkrankungen des Kreislaufs, des Nervensystems, der Augen und der Ohren, aber auch des Muskel-Skelettsystems in einem engen und komplexen Zusammenhang.

Menschen mit Schwindelerkrankungen bietet das Krankenhaus Zerbst zukünftig auf Einweisung ihres Haus- oder Facharztes eine stationäre Schwindeltherapie an. "Diese soll die tatsächliche Ursachen der Schwindelsymptome aufdecken und davon ausgehend eine wirksame Therapie einleiten", erklärt Krankenhaussprecher Dieter Thielemann.

Die Federführung der stationären Schwindeltherapie im Krankenhaus Zerbst liegt bei der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin und Wirbelsäulenerkrankungen und folgt einem multidisziplinären Ansatz. Die Spezialisten des hauseigenen Zentrums für innere Medizin mit ihrer kardiologischen Kompetenz sind ebenso in die Therapie eingebunden wie die Belegabteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde unter Leitung von Dr. Fred-Reinhard Puhlmann und Dipl.-Med. Andreas Blodau, Facharzt für Neurologie.

Zur Behandlung hinzugezogen wird darüber hinaus ein Augenarzt. "Die personell und medizintechnisch hervorragend ausgestattete Abteilung für Physiotherapie des Zerbster Krankenhauses bietet den Schwindelpatienten umfangreiche Möglichkeiten für Balanceübungen sowie zum Training des Gleichgewichts und der Blickstabilisation", betont Thielemann.

Meist fünftägige stationäre Behandlung

Um die Gefahr von Stürzen auszuschließen, erfolgt die tägliche physiotherapeutische Beübung der Patienten in Einzelbetreuung. Bei besonders komplexen Krankheitsbildern und auf Wunsch der Patienten können in die Therapie alternative Heilverfahren wie Neuraltherapie, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Akupunktur oder Manuelle Medizin eingebunden werden.

Integraler Bestandteil der in der Regel fünftägigen stationären Behandlung ist eine radiologische Untersuchung der Halswirbelsäule, gegebenenfalls durch Computer- und/oder Magnetresonanztomographie. Auch vom Schädel kann bei Bedarf ein CT oder MRT angefertigt werden. Mit hochmodernen Ultraschallgeräten erfolgt darüber hinaus eine gründliche Untersuchung der für die Blutversorgung des Kopfes verantwortlichen Gefäße.

Nach dem fünftägigen stationären Check, der im Allgemeinen von Montag bis Freitag dauert, sollte jeder Patient erfahren, woher seine Schwindelerkrankung herrührt und was zu ihrer Überwindung oder Linderung getan werden kann. Die einzuschlagende Therapie kann aus einer effektiven medikamentösen Einstellung, zweckmäßigen physiotherapeutischen Übungen, einer geeigneten psychotherapeutischen Behandlung und - in seltenen Fällen - auch einem operativen Eingriff bestehen.

Koordination der Schwindeltherapie

Die Koordinierung der Schwindeltherapie am Zerbster Krankenhaus liegt in den Händen von Senta Ulrike Wolter, Stationsärztin an der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin und Wirbelsäulenerkrankungen.

"Die Schwindeltherapie stellt eine Bereicherung des interdisziplinären Leistungsangebots des Zerbster Krankenhauses dar. Wir würden uns freuen, wenn es von den Patienten und den niedergelassenen Ärzten in der Region gut angenommen würde", bringt der Ärztliche Direktor, Chefarzt Dr. med. Frank Friedrichs, die Sache auf den Punkt.