In der Steckbyer Storchenmühle gibt es nicht nur Kaffee, Kuchen und klappernde Störche. In der Mühlengalerie hat Ulrich Michelsen seine Bilder ausgestellt.

Steckby l Ein neuer Fußboden, weiße Wände - hell und freundlich empfängt der Raum über der Caféstube der Storchenmühle die Besucher. An den Wänden hängen die Bilder des Hausherrn Ulrich Michelsen. Werke, die er ausgewählt hat, sie der interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Was der Betrachter in den Bildern sieht, bleibt ihm überlassen. Für Erläuterungen und Gespräche ist Michelsen gern bereit. Für seine Bilder hat er selbst "keinen Plan", bekennt er, "ich lasse mich beim Malen überraschen". Seine Werke sind Ausdruck von Gefühlen, Erfahrungen, Gedanken, Erlebnissen, Zuständen... Vor allem der abstrakten, gestischen Malerei hat sich Michelsen verschrieben, er malt einfach drauf los, aus dem Bauch heraus. Auf seinen Bildern ist immer wieder ein Wechsel von gemalter Fläche und Nichts zu finden. "Es gibt Momente, wo ich sage, das Bild ist stimmig oder nicht", so der Künstler. Ob Pinsel oder Feder - das ergibt sich, ebenso spontan die Farben. "Manchmal habe ich gebrütet wie die Störchin und gewartet, was passiert, bis es aus mir herauskam", erzählt Ulrich Michelsen. Einige Bilder, die zu sehen sind, gehören zu einer Serie, die er schon 1988 während einer Sommerakademie für Maler und andere Künstler in Salzburg malte. Andere sind "frisch" vom Winter.

Eine Wand gehört den Außenseitern. Da hat Ulrich Michelsen Leute aus der Kunst-, Theater- und Kulturszene dargestellt, die bestimmte Grenzen überschritten haben. Die Elblandschaften, die der Saisonsteckbyer schon viele gemalt hat, fehlen in der Schau. Aber der Künstler hat schließlich den Vorteil, selber zu bestimmen, was in der Mühlengalerie zu sehen ist. Außer in einer Buchhandlung hat Michelsen zuvor noch keine Ausstellung bestückt.

Für den 71-jährigen ist die Malerei mehr als ein Hobby. "Es ist schon ernster und wichtig für mich", erklärt er. Zwar habe er schon in der Schule "rumgekritzelt", aber mit der Malerei fing er erst mit Mitte 30 an, so Michelsen. Erst dann habe er sich um die Kunst gekümmert.

In Potsdam geboren, wuchs Michelsen in Berlin-Marienfelde auf, bevor die Familie ins hessische Bad Homburg zog. Zum Studium der Soziologie und Psychologie kehrte der junge Mann, der schon eine Buchhändlerlehre absolviert hatte, zurück nach Berlin. In der Kinder- und Jugendpsychatrie war Michelsen tätig, arbeitete unter anderem mit drogenabhängigen Jugendlichen. Auch in der Zeit war das Malen begleitend, Karikaturen entstanden, viele Fotografien.

In Berlin hatte Michelsen seine Frau, die aus Bremerhaven stammt, kennengelernt. In Tochheim fand das Berliner Paar zunächst sein Wochenenddomizil, bevor sich 2008 die Gelegenheit ergab, die Storchenmühle in Steckby zu übernehmen. Nun will sich Ulrich Michelsen in der Scheune einen Raum herrichten, wo er nach Herzenslust malen kann.

 

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