Die Osteoporose-Gruppe 2 in Zerbst ist heute vor 20 Jahren gegründet worden. 18 Frauen nutzen die Gemeinschaft momentan, um sich über diese schwierige Krankheit auszutauschen.

Zerbst l "Und nach links, und jetzt nach rechts." Übungsleiterin Edeltraud Schulze gibt den Damen klare Anweisungen, was sie zu tun haben. Erst kommt die Aufwärmung, dann steht Bewegung auf dem Programm - egal ob mit Gymnastikbällen, auf der Isomatte oder im Stehen. Hauptsache in Bewegung sein und bleiben. Alle Frauen in diesem Raum im Gebäude der Zerbster Tafel haben eines gemeinsam: Die Krankheit Osteoporose.

"Am 21. Mai 1994 gründete sich diese Selbsthilfegruppe", erzählt Margot Albrecht, die Leiterin der Gruppe. In Zerbst gibt es mehrere, der Bedarf ist groß. "Wir sind aktuell 18 Mitglieder, maximal 20 könnten es sein." 81 Jahre ist das älteste Mitglied, 61 das Jüngste. "Da Osteoporose verstärkt im Alter und vor allem bei Frauen auftritt, ist das also nicht weiter verwunderlich", meint Margot Albrecht.

Seit einigen Jahren ist Margot Albrecht bereits Mitglieder der Gruppe 2, seit Januar deren Leiterin. "Osteoporose ist eine Krankheit, bei der die Knochen aufgrund von Kalzium-Mangel brüchig werden. Das kann große Schmerzen verursachen", erzählt sie. Dagegen hilft eine gesunde Ernährung, aber eben auch Bewegung. Manche Betroffene sind auch auf Medikamente angewiesen.

"Einmal in der Woche treffen wir uns zum Sport für eine Stunde", erzählt Margot Albrecht. Viele der Frauen sind zudem in anderen Vereinen aktiv oder üben Sport in der Freizeit aus. Jeden zweiten Dienstag im Monat trifft man sich zusätzlich. Dann wird nicht gesportelt, sondern geredet. "Der Austausch untereinander ist sehr wichtig."

Von Rezepten für eine gesunde Ernährung über neue Übungen bis zu Medikamenten reicht der Gesprächsstoff. Eben alles, was von Bedeutung ist für Betroffene dieser Krankheit. Ab und an wird auch ein fachlicher Vortrag gehalten. "Der Apotheker Jens Salomo unterstützt uns hierbei und nahm uns auch in seine Spendenaktion ab 2014 mit auf", betont Frau Albrecht. Die Selbsthilfegruppe wird einen Teil des Verkaufserlöses aus Kalendern erhalten. Doch auch für weitere Experten, die Fachvorträge halten, sind die Damen offen. "Diesbezüglich kann man sich gern bei mir melden", so Margot Albrecht.

Da die Selbsthilfegruppe jedoch kein Verein und somit nicht förderfähig ist, ist auch hier die Sponsorensuche gefragt, wenn es beispielsweise um neue Sportgeräte geht. Unterstützung hierbei fand die Gruppe bereits bei der Wohnungsbaugenossenschaft "Frohe Zukunft" und den Stadtwerken Zerbst, die insgesamt 350 Euro zur Verfügung stellten.

Am heutigen Jahrestag werden die Frauen den Geburtstag im Gildehaus feiern. Dann werden sie sicherlich auch auf den einen oder anderen ihrer Ausflüge zu sprechen kommen. Denn auch das muss mal sein: Gemeinsam rauskommen. Ob Bad Salzelmen oder die Steintherme Belzig - es steht immer der Körper und dessen Erholung im Vordergrund. "Gleich danach kommt für uns dann die Kultur". Der nächste Ausflug ist derzeit noch in Planung.