"Danke für Ihre Geduld. Und haben sie‘s gemerkt, es war kürzer als in den vergangenen Jahren." So schloss der Zerbster Bürgermeister Helmut Behrendt (FDP) seine Rede zum diesjährigen Neujahrsempfang. Am Freitag-abend hatte er dazu in den Katharinasaal der Stadthalle eingeladen.

Zerbst. Exakt um 19.10 Uhr trat Helmut Behrendt ans Rednerpult. Zuvor hatte er gemeinsam mit Ehefrau Heidelies die meisten der um die 400 Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens zu diesem traditionellen Jahresauftakt persönlich begrüßt.

Kürzer gehalten hat der Bürgermeister seine Rede nicht, weil weniger zu sagen gewesen wäre über Zerbst/Anhalt zwischen Rückblick und Ausblick, über eine Stadt, die flächenmäßig zu den "Top-Five" in Deutschland zählt und den an der Einwohnerzahl gemessen größten Stadtrat der Bundesrepublik hat. "Auch mit diesem Superlativ kommen wir klar", so Helmut Behrendt.

Und wenn er auf ein Jahr vieler "wegweisender und folgenschwerer Entscheidungen" zurückblickt, dann ist da zuallererst die Umsetzung der Gemeindegebietsreform, die Entstehung der Einheitsgemeinde Stadt Zerbst zum 1. Januar 2010.

"Allen Pessimisten zum Trotz kann ich heute sagen, dass wir gemeinsam aus dem freiwilligen Zwang eine Einheit geschaffen haben, die nach einjährigem Probelauf auch die zukünftigen Aufgaben meistern wird", ging der Bürgermeister noch einmal auf im vergangenen Jahr im neuen Stadtverbund zu Leistendes ein. Und auf die neuen Herausforderungen.

Die erste gilt der Aufstellung des Haushaltsplanes 2011 und den Herausforderungen der Haushaltskonsolidierung für die Zukunft. "Dazu sind erhebliche Anstrengungen notwendig, wozu ich erwarte und darum bitte, dass alle Verantwortlichen konsequent daran mitarbeiten", forderte Helmut Behrendt ein. Diese Bitte gehe besonders an die Stadt- und Ortschaftsräte. "Diese neue Form der Haushaltsvorbereitung und Durchführung ist für alle ein Lern-, wie auch ein Gewöhnungsprozess." Aber notwendig, um für weitere Vorhaben zur Verbesserung des Stadtbildes und der Infrastruktur die Finanzierung zu sichern.

Als geplante Projekte nannte er unter anderem den grundhaften Ausbau der Schleibank und die Freiraumgestaltung der Nicolaikirche, die in diesem Jahr umgesetzt werden sollen. Ein Schwerpunkt bleibe weiterhin und auch für die nächsten Jahre "die Sanierung des Regenwasserkanalnetzes als Herkulesaufgabe".

Die Stadtwerke, blickte Helmut Behrendt auf einige weitere geplante Veränderungen 2011, wollen für die behinderten Nutzer der Schwimmhalle Voraussetzungen der barrierefreien Erreichbarkeit schaffen. Und sie werden mit der Einrichtung eines Dienstleistungszentrums zur weiteren Belebung des Marktes beitragen.

Ebenso stehen, auch ein Beleg für alle vielseitigen Facetten des öffentlichen Lebens in Zerbst, in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen des Stadtchores Zerbst und das 20-jährige Jubiläum des Zerbster Verkehrsvereins an. Einen Tag vor dem Neujahrsempfang feierte der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Lindau 50-jährigen Bestand (auch zweite Lokalseite). Ob jenen, die gerade bei Schnee und Eis für den Erhalt eines möglichst normalen Alltags einstanden, oder einfach all jenen, die sich immer wieder auf vielseitigste Weise für die Stadt Zerbst engagieren - allen dankte der Bürgermeister. Dann bot der Abend vor allem gern genutzte Gelegenheit zum Austausch.

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