Auf ein erfolgreiches Jahr 2010 blickte Ortswehrleiter Heiko Bergfeld auf der Jahreshauptversammlung der Deetzer Kameraden am Sonnabend zurück. Er äußerte sich mehr als zufrieden mit dem Ausbildungsstand der aktiven Einsatzkräfte. Gleichzeitig sorgte er sich um den künftigen Personalbestand der Wehr.

Deetz. 26 Einsätze verzeichnete die Ortsfeuerwehr Deetz 2010. "Das bedeutet eine Steigerung um fast das Dreifache gegenüber dem Vorjahr", erklärte Heiko Bergfeld. Wie der Ortswehrleiter berichtete, hielten sich Brände und Hilfeleistungen in etwa die Waage. Dabei erinnerte er unter anderem an den brennenden Stall in Nedlitz, die Hochwassereinsätze im Landkreis Wittenberg und die 600 Liter Heizöl, die in der Deetzer Bahnhofstraße ausgelaufen waren. Bei der Auflistung führte Bergfeld ebenfalls drei Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen an. "Die Quote sinkt aber kontinuierlich."

Insgesamt leisteten die aktiven Kräfte der Deetzer Wehr 755,5 Einsatzstunden. Die Ausrückstärke lag durchschnittlich bei neun Kameraden je Einsatz. "Dieser Wert sollte uns nicht zufriedenstellen, ist jedoch im Vergleich mit anderen Feuerwehren noch sehr gut", fand der Ortswehrleiter. Wie er darlegte, sind tagsüber meist nur wenige Kameraden einsatzbereit, während es nach Feierabend und an den Wochenenden schon bis zu 18 waren. Und im vorigen Jahren lagen nunmal 18 Einsätze zwischen 6 und 18 Uhr, nur neun in den Nachtstunden.

Sorgen bereitete Heiko Bergfeld die Entwicklung des Personalbestandes. So traten 2010 vier Mitglieder aus der Ortsfeuerwehr aus, während es nur eine Neuaufnahme gab. "Wir brauchen Mitglieder und Nachwuchs. Dringend!", betonte Bergfeld. Bei der Mitgliederwerbung sei jeder gefragt, appellierte er an die Kameraden. Dabei ließ er nicht unerwähnt, dass er damit rechne, dass im September sechs Mitglieder der Jugendfeuerwehr in die aktive Einsatzabteilung wechseln. Vor dem Hintergrund der Nachwuchsgewinnung freute es ihn zudem, dass sie nun seit Oktober über eine Kinderfeuerwehr verfügen.

Den Ausbildungsstand der Kameraden schätzte der Ortswehrleiter in den meisten Fällen als gut bis sehr gut ein, obwohl er sich eine höhere Teilnahme bei den Dienstabenden gewünscht hätte. "Statistisch waren 14,5 Kameraden anwesend", teilte er mit. Dabei missfiel ihm vor allem die recht hohe Zahl der unentschuldigt Fehlenden. Ein kurzer Anruf oder eine Absage per SMS sollte möglich sein.

Nicht ohne Stolz verkündete Heiko Bergfeld, dass sie sich bei der Qualifikation der Wehrmitglieder seit 2008 im Aufwärts-trend befinden. So nahmen vergangenes Jahr zehn Kameraden an einer Ausbildung auf Kreis-ebene teil. Daneben belegten zehn von ihnen Lehrgänge an der Brand- und Katastrophenschutzschule in Heyrothsberge. "Die Feuerwehr Deetz verfügt per 31. Dezember 2010 über zwei Verbandsführer, drei Zugführer und fünf Gruppenführer", sprach der Ortswehrleiter von einem beachtlichen Ergebnis. Zugleich wusste er, dass für 2011 bereits 26 Lehrgangswünsche vorliegen. "Und wie es aussieht, werden in diesem Jahr wieder sieben Kameraden ihre Grundausbildung beginnen können."

Getan hat sich im zurückliegenden Jahr ebenfalls einiges am Gerätehaus. Neben der Einweihung der Rettungswache für den Vorfläming-Bereich nannte Heiko Bergfeld hier den Ausbau des Obergeschosses, bei dem attraktive Schulungs-, Büro- und Sanitärräume sowie ein Probenraum für das Blasorchester entstanden. Als Nächstes soll jetzt der Eingangsbereich so hergerichtet werden, dass ein gefahrloser Zugang zum Gerätehaus möglich ist.

In dem Zusammenhang ging der Ortswehrleiter auf die Gebietsreform ein, in deren Folge die FFw Deetz zum 1. Januar 2010 eine von 27 Ortsfeuerwehren der Stadt Zerbst wurde. "Für unsere Feuerwehr war es ein Glücksfall." Abgesehen von der mit Konjunkturmitteln gemachten Fassade seien in den letzten Jahren nie genug Mittel für die Feuerwehr vorhanden gewesen. "Es war ein Kampf, notwendige Reparaturen durchzuführen, Schutzbekleidung zu ersetzen oder Ersatzbeschaffungen vorzunehmen." Das sei nun anders. "Wir schwimmen zwar nicht im Geld, konnten aber viele jahrelang aufgestaute Probleme lösen", sagte Heiko Bergfeld. Er bedankte sich bei der Gelegenheit beim Zerbster Bau- und Ordnungsdezernenten Andreas Fischer, dem zuständigen Sachbearbeiter Thomas Sanftenberg und Stadtwehrleiter Jürgen Dornblut für die sehr gute und unkomplizierte Zusammenarbeit.

Bergfeld berichtete ferner von dem Mannschaftstransportfahrzeug, das als Ersatz für den ausgemusterten Kommandowagen angeschafft werden konnte. Rund 7000 Kilometer legte das Fahrzeug in den ersten acht Monaten bereits zurück. Auch der Gerätewagen-Atemschutz (GW-AS), den die Stadt Zerbst vom Landkreis zur Nutzung übergeben bekam, rückte schon mehrmals aus. Der GW-AS ist zwar in Deetz stationiert, er ist jedoch als Unterstützungs- und Pufferfahrzeug für den Atemschutz aller Ortsfeuerwehren im Einsatz.

Zu guter Letzt dankte der Ortswehrleiter allen Kameraden für ihre Einsatzbereitschaft. Ein besonderes Dankeschön richtete er an jene, die über das normale Dienst- und Einsatzgeschehen hinaus bereit waren, Funktionen aktiv auszufüllen. Er nannte da Denis Hofmann, Norman Wilzek, Christian Kuhle, Michael Kaiser, Martina Steller und Steven Wilzek.