Schneidermeister Curt Schulze und dessen Haus in der Breiten Straße weckten zahlreiche Erinnerungen bei unseren Lesern.

Zerbst l Einige Jahre hat Wolfgang Berkling in seiner Kindheit in der Breiten Straße 6 gewohnt. Die historische Aufnahme kam ihm deshalb auf Anhieb bekannt vor. "Zu sehen sind an den Bildrändern die Wohnblöcke 2 bis 8 und 10 bis 16", erzählt der Zerbster.

Als Kind spielte er dort mit seinen Freunden. "Ich weiß noch, dass sowohl beim Schneidermeister als auch dem ZV-Gebäude, das rechts zu erkennen ist, ein Zaun drumrum stand. Wenn unser Ball drüber flog, hatten wir ein Problem. Dann haben wir nämlich Mecker gekriegt." Als Revanche hätten sie dann ab und an das Tor des Schneidermeisters ausgehangen. "Aber nicht weggeworfen. Wir haben es nur zur Seite gestellt."

Hinter dem Haus des Schneidermeisters habe zudem der Fährradladen Müller gestanden. Dazwischen gab es eine kleine Lücke, "die wir genutzen haben für den Schulweg. Es ist wirklich ein wunderschönes Bild".

Regina Rose kannte den Schneidermeister Curt Schulze und dessen Frau noch persönlich. "Sie lagen damals auf meiner Route. Ich habe die Post ausgefahren. Damals haben wir ja noch persönlich kassiert, da kam man natürlich immer ins Gespräch miteinander", erinnert sich die Zerbsterin. Die Schwester von Frau Schulze habe schräg gegenüber gewohnt.

"Curt Schulze war mittelgroß, dick und hatte eine Glatze. Und seine Frau war größer als er."

Anruferin Hannelore Fahle

Hannelore Fahle wohnte damals in Walternienburg, als Schneidermeister Schulze noch in der Breiten Straße anzufinden war. "Wir waren Kunden." Curt Schulze hat sie mittelgroß, dick und mit Glatze in Erinnerung. "Dieses Aussehen kann man nicht vergessen." Für ihren Mann und Sohn hätten sie dort Kleidung und Anzüge machen lassen. "Seine Frau, die größer als er war, stammte aus Töppel. Die Ehe blieb kinderlos. Aber Schulzes haben sich einer Tochter angenommen", erinnert sich Frau Fahle.

Helmut Hehne konnte erzählen, dass der Vater von Curt Schulze, Otto Schulze, auch Schneidermeister war. Dessen Meisterei stand in der Breiten Straße 4. Schon Ende der 30er Jahre sei sein Sohn Curt in dessen Betrieb tätig gewesen. Bis 1945 war der Schneidermeister in der Breiten Straße 4 zu finden. Die beiden Wohnblöcke sind unterdessen Anfang der 60er Jahre errichtet worden.

1947 kamen Gisela und Edmund Schubert nach Zerbst. In Pulspforde erlernte Edmund Schubert das Handwerk des Schneiders, machte 1957 in Magdeburg seinen Meister. "Ich kannte Curt Schulze unter anderem aus den Innungsversammlungen", erzählt der Senior. Wäre er nicht Schneidermeister gewesen, hätte er dieses Bild vielleicht nicht erkannt.

Heinz Kinnemann aus Zerbst erzählte, dass sein Konfirmationsanzug 1953 von Curt Schulze geschneidert wurde. Siegfried Schellin erkannte den Ort an der Erhöhung zwischen den beiden Wohnblöcken sowie den Trampelwegen. "Als Schuljunge bin ich jeden Tag die Breite Straße entlanggefahren. Die Erhöhung und die Wege sind bis heute geblieben." Und auch Jutta Strauß erkannte das Bild. Als Kind ist sie dort aufgewachsen, erinnerte sich an die alten Giebel, die im Hintergrund zu sehen sind und heute nicht mehr existieren. Christel Köhler hat als Kind oft die Tante in der Breiten Straße 13 besucht.

"Curt Schulze ist der Schneider meiner Mutter gewesen", erzählt Erich Ruhe. Ihm ist er allerdings nicht in guter Erinnerung geblieben. "Er hatte ihr mal ein blaues Kostüm genäht, das hat hinten und vorne nicht gepasst." Alles musste wieder aufgetrennt und neu zusammengesteckt werden, berichtete der gebürtige Töppler. Mit dem Kutschwagen seien sie damals nach Zerbst gefahren, erinnerte er sich an seine Kindheit Anfang der 50er Jahre.

Über den Gewinn eines Kaffeepotts kann sich Edmund Schubert freuen. Herzlichen Glückwunsch! Der Gewinn kann ab Dienstag in der Lokalredaktion, Alte Brücke 45, abgeholt werden.

 

Bilder