Die Initiative "Deetz – So wollen wir leben!" hatte am Sonntagvormittag erstmals zu einem Neujahrsempfang eingeladen. Die Resonanz auf die Premiere war allerdings gering. Außer den Vertretern fast aller örtlichen Vereine und anderen Akteuren schauten nur sehr wenige Bürger bei der Veranstaltung vorbei. Nichtsdestotrotz soll es getreu dem Motto "Aller Anfang ist schwer" im nächsten Jahr erneut einen solchen Empfang geben.

Deetz. "In gewohnt kleiner Runde", wie es Sören Heise vom Coyote e.V. ausdrückte, fand die Premiere des Neujahrsempfangs statt. Für diesen hatten die Mitglieder der Initiative die Räumlichkeiten des Heimatvereins mit Stehtischen ausgestattet und ein Büfett vorbereitet. Bevor das geplündert wurde, erhielt jeder der Anwesenden die Gelegenheit, das Wort zu ergreifen.

Den Anfang machte Sören Heise. In seiner Begrüßungsrede ging er auf den Gastgeber ein, die Initiative "Deetz – So wollen wir leben!". "Hier treffen sich einmal im Monat Menschen, die Lust haben, etwas für Deetz zu tun", erklärte er. Sie treten an, um mit gemeinschaftlicher Kraft den Ort mitzugestalten und Neues entstehen zu lassen. Als Beispiel nannte er den Deetzer Veranstaltungskalender für 2011.

Aber auch den Bau des Spielplatzes am Teich, in dem einige Eigenleistungen der Bürger stecken, erwähnte er, als er allen dankte, die an diesem Projekt mitgewirkt haben. Ein Dankeschön richtete er ebenfalls an die einzelnen örtlichen Vereine und Einrichtungen sowie die ansässigen Gewerbetreibenden und Landwirte, die sich jeder auf seine Art für das Dorf und seine Menschen einbringen und den Ort prägen. Dabei vergaß er neben der Gemeindebibliothekarin und dem Ortschronisten auch Ortsbürgermeister Ulrich Weimeister nicht, der die Interessen von Deetz im Zerbster Stadt vertreten muss. "Das ist sicher keine leichte Aufgabe", bemerkte Sören Heise.

"Ich bin froh, dass ich im Stadtrat bin und Deetz eine politische Stimme hat", sagte Ulrich Weimeister. Er bat die Bürger, ihm Anliegen zu nennen, die er im Stadtrat vorbringen soll. Gleichzeitig dankte auch er allen engagierten Deetzern für ihren Einsatz. "Wir können stolz auf das Erreichte sein", bezog er sich auf den neuen Spielplatz, auf dem im Frühjahr noch eine Bank aufgestellt werden soll. Es gelte, gemeinsame Ziele Schritt für Schritt umzusetzen.

"Wir müssen sehen, dass wir die Turnhalle erhalten können", erläuterte der Ortsbürgermeister, dass sie dafür vielleicht einen Verein gründen müssen oder aber einer der bestehenden Vereine nimmt die Sportstätte unter seine Fittiche. "Wer allein arbeitet addiert, wer zusammenarbeit multipliziert", schloss Ulrich Weimeister seine kurze Rede mit einer orientalischen Weisheit.

"Mein größter Wunsch ist, dass wir alle zusammenarbeiten", betonte Karin Bachmann. "Deetz ist ein schönes Dorf, aber wenn es drauf ankommt, sind es immer nur die gleichen", bedauerte die Leiterin des Jugendseeheims. Besonders am Herzen lag ihr die Kooperation mit dem Europa-Jugendbauernhof. Denn die Jugendarbeit sei unter den aktuellen Bedingungen schwierig geworden. Vor allem gebe es weniger Kinder und Jugendliche. "Früher haben wir 40 Jugendliche gehabt, heute sind wir glücklich, wenn es 15 bis 20 werden", schilderte sie die Situation. Gerade im Sinne des Erhalts beider Deetzer Einrichtungen sei es wichtig, zusammenzuarbeiten, fand Karin Bachmann.

Dem stimmte die Gründerin des Jugendbauernhofs, Margrit Weimeister, zu. Zugleich erklärte sie, dass "wir vor allem ein Schullandheim sind". Ein weiterer Schwerpunkt liege bei den internationalen Workcamps, die alljährlich junge Leute aus aller Herren Länder nach Deetz führen. In dem Zuge berichtete sie von dem geplanten Projekt, benachteiligte Jugendliche auf grüne Berufe vorzubereiten.

Karin Bachmann plädierte dafür, sich innerhalb des Ortes mit Terminen abzustimmen, um Überschneidungen zu vermeiden. So finden die Treffen der neu gegründete Deetzer Kinderfeuerwehr momentan genau an den Sonnabenden statt, an denen auch der Jugendbauernhof dem Nachwuchs Beschäfti- gungsangebote macht. Da beides in einem zweiwöchigen Rhythmus stattfindet, ließe sich das verhindern.

Klären konnte man das am Sonntag allerdings nicht, denn ein Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr (FFw) fehlte in der Runde. Auch vom Förderverein der FFw Deetz, der der Initiative angehört, hatte niemand den Weg zum Neujahrsempfang gefunden. "Ich bin ganz schön enttäuscht, dass so viele nicht gekommen sind", erklärte Uta Eggerstedt vom Coyote e.V.

Anwesend war indes die Vorsitzende des Heimatvereins Annemarie Trunschel. Sie nutzte die Gelegenheit für einen Ausblick auf die vom Verein geplanten Veranstaltungen. So sollen ein Spielplatzfest und Drachenfest durchgeführt werden. "Und wir würden gern nochmal so ein wunderschönes Adventsfest machen", bemerkte sie. Das Adventsfest – gemeinsam ausgerichtet von Coyote, Heimatverein, Jugendseeheim und Jugendbauernhof – hatte im Dezember seine gelungene Premiere erlebt. Zunächst ist jedoch vorgesehen, das Herbstfeuer, das partout nicht in Flammen aufgehen wollte, jetzt im Frühjahr abzubrennen. Aber es wird wohl das letzte vom Heimaterein organisierte Feuer sein, sagte Annemarie Trunschel. Der organisatorische Aufwand sei einfach zu groß.

"Es wäre schade, wenn dieser Brauch stirbt. Wenn ihr es nicht mehr macht, übernehmen wir es", meinte Kees de Vries. Die Wortmeldung des Deetzer Landwirts war für Ulrich Weimeister Anlass, ihren holländischen Mitbürgern einmal Danke zu sagen. Stets seien sie bereit, einen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten. "Wir könnten vielleicht mal ein deutsch-holländisches Dorffest machen", überlegte der Ortschef. "Da habe ich eine spontane Idee", erzählte Kees de Vries, dass in Holland St. Nikolaus eigentlich "das Fest" ist. Und ein Schimmel für seinen Knecht den Schwarzen Piet sei bestimmt aufzutreiben.

"Wir sind jetzt im sechsten Jahr", kam Uta Eggerstedt auf die Aktivitäten von Coyote zu sprechen. Sie erzählte von dem Familienflohmarkt, den es im Juni geben soll. Der Sommer steht dann im Zeichen von Wildnis-Wochenenden für Mädchen und Jungen sowie einem Wildnistag für die ganze Familie. Im Herbst will der Verein einen Umsonstladen eröffnen, dessen soziales Prinzip recht einfach ist. Das, was man nicht mehr braucht, kann man dorthin bringen, und wer es benötigt, nimmt es kostenlos mit. Außerdem soll die Kulturwerkstatt weiter zu einem Veranstaltungsraum ausgestaltet werden.

"Es ist wieder eine Lesung geplant", blickte Gemeindebibliothekarin Ramona Dziubek auf 2011 voraus. Daneben erzählte sie, dass sie nun über einen Computer verfügt, so dass die Ausleihprozedur fortan schneller geht.