Jütrichau l Er ist kalt und hat wahrscheinlich auch ein Herz aus Stein: Die Rede ist vom "Bräutigam" des Dorfes Jütrichau, einem Gedenkstein, der an die 800-Jahr-Feier des Dorfes erinnern soll. In einem Festgottesdienst am Freitagabend hat Standesbeamtin Mandy Hermann den Stein offiziell mit seiner "Braut" verheiratet. "Das alles ist natürlich nur als Spaß gedacht", erklärte Denis Barycza von der Freiwilligen Feuerwehr in Jütrichau.

Die Kameraden, insbesondere ihr Förderverein, haben die Feier ihres Dorfes maßgeblich organisiert. Was viele erst kurz vorher erfahren haben: Das Dorffest sollte bereits am Donnerstagabend statt am Freitag beginnen. Erfahren konnte das nur, wer einen Wurfzettel in seinem Briefkasten vorfand, verteilt ebenfalls von den Feuerwehrleuten. Wer allerdings dieses Glück hatte, konnte die Gelegenheit wahrnehmen, eine besondere Geschichte unter der alten Eiche zu hören. In der ging es um einen Jütrichauer Bauern, der im Jahr 1214 gelebt haben soll. "Die Geschichte ist nicht echt, denn es gibt sehr wenige Zeugnisse aus dieser Zeit über unser Dorf", erläuterte Andrea Schmidt, die das Märchen erzählt hat. "Das war imposant, unter der alten Eiche herrschte genau die richtige Stimmung", erinnerte sich Denis Barycza.

Viel Schlaf hatte der Feuerwehrmann nicht bekommen: Wegen eines Brandes in einem Industriegebiet in Zerbst hatten die Kameraden in der Nacht zum Sonnabend ausrücken müssen. "Wir sind alle noch sehr müde und haben wenig oder gar nicht geschlafen", so Barycza.

Im Kunstpavillion auf dem Festplatz stellten, neben vielen anderen, die Heimatkünstlerinnen Doris Lange und Ruth Leisring ihre Werke aus. Zu sehen gab es die Dorfkirche, die alte Schule und andere bedeutende Gebäude des Ortes in Aquarell. Ein Höhepunkt des Fests war der Kampf um den "Bürgermeister-Pokal", den die Ortsfeuerwehren unter sich austrugen.

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