Ein Unfall im Bereich der Einmündung Klappgasse in die Breite Straße am Donnerstagabend hat die Diskussion über eine andere Verkehrsregelung neu entfacht.

Zerbst l Am Donnerstagabend wurde ein drei Wochen altes Baby bei einem Unfall auf der Bundesstraße in Zerbst verletzt (siehe auch Seite 2 dieser Ausgabe). Ein aus der Klappgasse in die Breite Straße einbiegender 24-jähriger Mercedes-Fahrer war einem vorfahrtsberechtigten Audi hinten rechts in die Seite gefahren. Der Audi drehte sich. 14 Minuten später waren Rettungssanitäter vor Ort und leisteten Erstversorgung. Der für die Region Zerbst diensttuende Notarzt war jedoch gerade in einem anderen Einsatz, daher wurde der in Halle-Oppin stationierte, für Zerbst zuständige Rettungshubschrauber angefordert. Nach Behandlung durch dessen Notarzt wurde das Baby dann mit einem DRK-Rettungswagen nach Dessau in eine mit Kinderstation ausgestattete Klinik gebracht.

Dem Vernehmen nach ist der Zustand der kleinen, am 29. Mai geborenen Luisa nicht lebensbedrohlich. Sie war zumindest gestern dennoch zur Beobachtung in der Kinderklinik belassen worden.

Der Zerbster Revierkommissariatsleiter relativierte gestern die Erstmeldung über ein "schwer verletztes Baby". Elard Schmidt: "Das ist die offizielle und einzige polizeiliche Bezeichnung für bei Unfällen verletzte Personen, die deshalb stationär behandelt werden. Wie schwer die Verletzung tatsächlich ist, können nur Mediziner genau sagen."

Schmidt erklärte, dass es von 2011 bis 2013 jährlich drei dem vom Donnerstag ähnliche Unfälle gegeben habe. "Das ist also beileibe kein Schwerpunkt. Wegen Nichtgewährung der Vorfahrt - und darum handelt es sich hier den ersten Ermittlungen zufolge - gibt es beispielsweise auf der Ampelkreuzung Alter Teich weitaus mehr Unfälle." Allerdings, so Schmidt, komme es gegenüber im Zusammenhang mit der Einmündung Kupfergasse ebenfalls hin und wieder Unfälle. "So könnte ein Bild entstehen, es handele sich in dem Bereich um einen Unfallschwerpunkt. Doch das ist er nicht."

Im Jahr 2011 war das vormalige Linksabbiegeverbot an der Klappgassen-Einmündung abgeschafft worden. "Ein halbes Jahr zur Probe. In der Zeit ist überhaupt nichts passiert. Und die meisten Fahrzeuge biegen nach links ab. Also wurde die Regelung auf Dauer eingerichtet. Um solche Unfälle zu vermeiden, hilft nur eines: Stehen bleiben, bis ich die Breite Straße auch wirklich komplett einsehen kann!"

Der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) erklärte, er wolle den Unfall zum Anlass nehmen, die bestehende Verkehrsordnung erneut in dem zuständigen Gremium zu thematisieren. "Änderungen sind einvernehmlich zwischen Stadt, Landkreis und Landesstraßenbehörde zu erarbeiten und gegebenenfalls einzurichten." Auf Volksstimme online und facebook hatten Leser gestern Änderungen der Verkehrsregelung angeregt, vielleicht auch in Form einer Ampel.