Die Tiefbauarbeiten in der Fritz-Brandt-Straße haben Fahrt aufgenommen. Bis 22. Juli soll der Abschnitt bis zur Käsperstraße neue Abwasser- und Regenkanäle, zusätzlich auch eine neue Trinkwasserleitung bekommen.

Zerbst l Mit den Verlegeplänen ist das so eine Sache. Als das Projekt "Abwasser-/Regenkanal Fritz-Brandt-Straße-Jeversche Straße" geplant wurde, standen tatsächlich lediglich diese beiden "Medien" zur Disposition. Doch als die Bauarbeiten vor gut zwei Wochen begannen, fanden die Tiefbauer die Trinkwasserleitung unerwartet nahe zu dem Bereich vor, in welchem der neue Abwasserkanal verlegt werden soll. Schnell wurde umdisponiert - nun bekommt der Straßenabschnitt zwischen Nuthebrücke an der Post und Einmündung Käsperstraße eine neue Trinkwasserleitung. Die vorhandene Leitung hätte beim Schachten und Verdichten Schäden genommen, folglich wird sie auf 70 Metern Länge ersetzt. Diese neu zum Projekt hinzugekommenen Arbeiten werden zusätzliche Kosten in Höhe von voraussichtlich rund 7400 Euro verursachen, hieß es gestern auf Volksstimme-Anfrage aus der Magdeburger Heidewasser GmbH. Sie ist für Trink- und Abwasserkanalbau originär zuständig. Die bauausführende Firma Zetieba ist zudem auch für die Stadt tätig, die hier einen neuen Regenkanal verlegen lässt.

Gewölbekeller wird dokumentiert

Diese neue Trinkwasserleitung wird dieser Tage zusammen mit dem Abwasserkanal im Bereich der stadteinwärts führenden Fahrpur eingebaut. Beide Leitungen führen bis zur Einmündung Kleine Käsperstraße. Ab hier ist dann bereits neue Trinkwasserleitung verlegt, so dass sich der Mehraufwand nicht erhöhen dürfte. In dem Zusammenhang tritt auch Klarheit über die Dimension der grundsätzlich vorherzusehenden archäologischen Arbeiten ein. "Der Bauablauf wurde durch archäologische Begleitmaßnahmen bisher nicht gestört", informierte Claudia Neumann, die Leiterin Technik der Heidewasser GmbH. Der Fund eines Gewölbekellers werde den Bauablauf um rund zwei Tage verzögern. "Es wird eine umfangreiche Dokumentation vorgenommen, da der Gewölbekeller im Straßenbereich zurückgebaut werden muss, um die Standsicherheit der Straße nicht zu gefährden."

Kompliziert wird es, wenn der aktuelle Baustellenbereich in den nächsten (von Einmündung Käsperstraße bis Einmündung Dessauer Straße) übergeht. "Schwerpunkt wird der Schmutzwasser-Kontrollschacht in der Kreuzung Fritz-Brandt Straße/Jeversche Straße/Käsperstraße. Der Schacht wird erst dann neu gesetzt und eingebunden, wenn auch der Kanalabschnitt Jeversche Straße zwischen Käsperstraße und Dessauer Straße verlegt ist", so Frau Neumann.

Unterdessen haben die Bauarbeiten keine Einschränkungen für die anliegenden Grundstücke und Gebäude - abgesehen von der motorisierten Erreichbarkeit - erst wenn die Trinkwasser-Hausanschlüsse auf die neu verlegte Leitung umgebunden werden, kommt es zu zeitweisen Versorgungsunterbrechungen, die zuvor bekanntgemacht werden.

Nach Abschluss der Tiefbauarbeiten im Bereich zwischen Post und Landratsamt werden auch die bis dahin unberührt verbliebenen Fahrbahnreste aufgenommen. Unter der bisherigen dünnen Asphaltdecke befindet sich schließlich noch immer das vielleicht rund 100 Jahre alte Großsteinpflaster. Dieses kann, da die Straße auf voller Länge geschlitzt wird, um die Kanäle einzubauen, dort nicht mehr verbleiben, da sich keine Spannung mehr aufbauen lässt.

Asphalt-Provisorium auf gesamter Straßenbreite

"Daher kommt das Pflaster raus, es wird eine Schotterschicht eingebaut, die dann mit einer Asphalt-Tragdeckschicht überzogen wird", informierte Dietmar Habelmann, zuständiger Mitarbeiter im Bauverwaltungsamt der Stadt. Dies sei lediglich als Wiederherstellungsmaßnahme zu verstehen, so Habelmann. "Diese technische Lösung genügt den Anforderungen, die der Verkehr hier stellt. Die Straße ist ja für Lkw-Durchgangsverkehr gesperrt." Für die Zukunft ist, auch abhängig von der Förderstrategie des Landes - ein grundhafter Ausbau der Fahrbahn vorgesehen, ergänzt Bernd Köhler, Leiter der Bauverwaltung.

Während die Stadt für den Regenkanalbau und ihrem Anteil an der Baustelle mit rund 170 000 Euro Kosten rechnet, hat die Heidewasser für ihre Anteile an Kanalverlegung, Baustelleneinrichtung, Archäologie und Straßenwiederherstellung rund 167 000 Euro kalkuliert. Hinzu kommen Mehrkosten für Archäologie und Trinkwasserleitungsbau (zusammen knapp 10 000 Euro).

Der Zeitrahmen, so Frau Neumann, soll gehalten werden. Demnach sollen die Bauarbeiten in zwei Wochen in den nächsten Abschnitt zwischen Dessauer- und Käsperstraße wechseln.