"Wir haben noch einmal nachgezählt: Es ist tatsächlich die 40. Marienserenade", stellte Tobias Eger am Sonntagnachmittag bei schönstem Wetter in der Ankuhner Kirche St. Marien mit berechtigtem Stolz fest.

Zerbst l "Ich finde die Einrichtung nach wie vor gut, auch wenn die Besucherzahlen hin und wieder schwanken", lässt Oberkirchenrat i.R, Dietrich Franke, der zur Jubiläumsveranstaltung nicht dabei sein konnte, durch Tobias Eger ausrichten. Nach Frankes Erinnerungen wurde ein interessanter Kurzrückblick der Marienserenaden-Geschichte gegeben.

Es begann 1973, als der damalige Gemeindekirchenrat, der Vakanz-Pastor Dietrich Franke und engagierte Gemeindemitglieder die Kirchenruine von Schutt befreiten. Ein Jahr später fand die erste Osternacht mit vorangehendem Osterfeuer am Westgiebel statt. Im gleichen Jahr gab es im Sommer die erste Serenade. Martin Funke, zu der Zeit Kantor und Organist in St. Bartholomäi, habe dabei hauptverantwortlich mitgewirkt.

Die Mauerkrone sei noch unbefestigt gewesen, Stühle aus der Nachbarschaft wurden herangeschleppt. Diese erste Serenade war ein großer Erfolg - die Tradition dieser freudvoll unterhaltenden Veranstaltung war geboren.

Alle Kantoren, so hat es Dietrich Franke weiterhin aufgeschrieben, "haben in den vergangenen Jahren die Serenaden bis heute verantwortet". Ein Kantorei-Mitglied ruft dazu am Sonnabend spontan hinein: "Und seit 19 Jahren macht das nun schon Tobias Eger!" Beifall!

Auch 2014 ist die Tradition der Vielfalt lebendig weitergeführt worden. Tragendes Gerüst war nach wie vor die von Tobias Eger geleitete Zerbster Kantorei.

Mit einem kleinen, aber weit gespannten Repertoireausschnitt bewiesen die Sänger wiederum ihr ausgereiftes Können. Neben geistlich geprägten Liedern wurde mit "Wann uns die Henn" und "Ich bin ein altes Krokodil" die Liebe zum Tier deutlich gemacht. Mitsingen der Serenaden-Gäste, stets mit bereitgestellten Liedtexten, wurde mit "Im Krug zum grünen Kranze" und "Der Mond ist aufgegangen" stimmstark praktiziert.

So wie von Dietrich Franke aus der Historie berichtet, gab es "zur Entlastung des Chores" auch bei der neuesten Auflage unter anderem "lustige Texte". Heidrun Franke, Kantorei-Mitglied und engagierte Mundartsprecherin, las in zwei Passagen sehr zur Freude der Zuhörer unter anderem "bodenständige Geschichten" aus dem Ankuhn: Über einen berühmten Heilpraktiker sowie die dortigen Gemüsebauern.

Instrumentalsolisten bereicherten das gut einstündige Programm. Die Pianistin Amelie Eger aus Zerbst mit einfühlsamen Klavierstücken von Schubert (aus "Moments musicaux") und Schumann (aus "Kaminszenen") sowie Paul Weinreich aus Dessau mit ausdrucksstarken Sätzen aus Bachs "Suite C-Dur Nr. 3" auf dem Violoncello. Beginn und Abschluss der Serenade gestaltete Thomas Kuhrt aus Eichholz mit den Akkordeon-Soli "Dolores-Walzer" und "Zirkus Renz".

Über 100 Gäste honorierten alle Darbietungen mit dem verdienten Beifall.

   

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