Mit zwei Ausstellungsräumen ist der Zerbster Heimatverein von nun an im Zerbster Schloss vertreten. Dank Werner Krüger wird hier ein Teil der Stadt Zerbst vor dessen Zerstörung im April 1945 wieder erlebbar.

Zerbst l Es war eine Herausforderung, die der Heimatverein bravourös gemeistert hat: Als die Absprachen konkret wurden, dass der Heimatverein zwei Ausstellungsräume im Zerbster Schloss beziehen wird, stellte sich dem Vorstand um Irene Stephan vor allem die Frage: Welche Exponante wollen und können wir dort zeigen?

Der Anruf einer Schulfreundin kam da sehr gelegen. Sie berichtete, dass Hobbymodellbauer Werner Krüger daran interessiert ist, dem Heimatverein Modelle zu schenken. Ein Besuch bei Herrn Krüger besiegelte das Vorhaben, danach haben zahlreiche Modelle in Kisten und Kartons das Lager gewechselt. So viele, dass bei Weitem nicht alle in den Ausstellungsräumen ausgestellt werden können.

Etwa drei Monate an Vorbereitungszeit nahm das Vorhaben in Anspruch. In den Räumen mussten die Decken gesichert, Elektronik verlegt, die Räume hergerichtet werden. "Für den Heimatverein ist das eine finanzielle Herausforderung gewesen", betonte Dirk Herrmann, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Zerbst und stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins, bei der Eröffnung der Ausstellungsräume am Montag. 3500 Euro investierte der Verein in dieses Projekt. Die Stadtwerke unterstützten das Vorhaben zusätzlich.

Infotafeln und Roll-Ups

Nach der Übergabe der Räume bauten Vereinsmitglieder das Mobiliar auf, vergangene Woche folgte der Aufbau der Modelle. Während in dem einen Raum beispielsweise historische Stadttore zu bewundern sind, bildete den Mittelpunkt des zweiten Raumes Modelle und Straßenzüge von Zerbst vor der Zerstörung am 16. April 1945, so zum Beispiel der Markt. Informationstafeln zu den Modellen ergänzen die Ausstellung wie auch sechs Roll-Ups zur Zerbster Historie. Diese sind schon im Vorfeld ein Projekt des Heimatvereins gewesen.

Mit dem Heimatverein sind nun im Schloss vier bedeutende Vereine vertreten. Ebenfalls im zweiten Obergeschoss befinden sich die Räume des Internationalen Katharina-Vereins sowie der Internationalen Fasch-Gesellschaft. Hinzu kommt der Förderverein des Schlosses Zerbst selbst.

"Die nun gefundene Adresse für diese Modelle ist eine sehr gute", betonte nicht nur Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) das Unterfangen. Er freute sich ebenso wie Dirk Herrmann sehr darüber, dass nun jene Vereine unter einem gemeinsamen Dach vertreten sind. "Auch das ist ein Ausdruck langjähriger Zusammenarbeit", so Dittmann.

Irene Stephan dankte zahlreichen Vereinsmitgliedern und Helfern für deren Engagement rund um die Einrichtungen der Ausstellungsräume. Zahlreiche Hände waren notwendig, um dieses Vorhaben umzusetzen. Nun sind die Räume der Öffentlichkeit stets zugänglich, wenn das Schloss geöffnet wird. Die nächste Gelegenheit zum Besuch gibt es bereits am kommenden Sonntag. Von 14 bis 16 Uhr sind dann alle Ausstellungsräume für Besucher zugänglich.