Zerbst l Als sein Enkel Thomas 1979 das Licht der Welt erblickte, begann Werner Krüger damit, ihm Spielzeuge zu bauen. Handwerklich geschickt war der Schlosser und Malermeister ohnehin. So begann seine neue Leidenschaft, die bald dazu führte, dass er historische Gebäude als Modell nachbaute.

"Als Grundlage nutzt er Fotografien und Zeichnungen, zum Teil hat er auch selbst die Objekte fotografiert", erzählt sein Sohn Günter. Zwar seien nicht alle Elemente an den Gebäuden zu 100 Prozent detailgetreu, jedoch "bieten die Modelle einen großen optischen Effekt, wenn man sie als Ganzes im Blick hat", rät Günter Krüger. Da Fotos und Vorlagen häufig nur die Fassaden zeigten, sei Werner Krüger eine gewisse "künstlerische Freiheit" zugestanden.

Der 91-Jährige hat im Laufe der Jahre unzählige Modelle erbaut. Allein 57 Kirchen aus der Region sind in der Stärkefabrik in Garitz ausgestellt. Und auch der Heimatverein hat nun zahlreiche Modelle als Schenkung überantwortet bekommen.

Nicht alle passen in die nun eröffneten Ausstellungsräume des Vereins im Zerbster Schloss. "Wir haben zahlreiche Kisten und Kartons getragen", erzählt Irene Stephan, Vorsitzende des Heimatvereins, die durch einen Anruf einer Schulfreundin auf das Angebot von Werner Krüger aufmerksam gemacht wurde, jene Modelle auszustellen. Zahlreiche Kartons lagern noch immer im Stephanschen Haus. Sie bieten genug Auswahl, um die Ausstellungsräume im Schloss in Zukunft regelmäßig anders zu bestücken.

Doch mit der Schenkung endet Werner Krügers Leidenschaft nicht. Noch immer sitzt er täglich an seinen Modellen. In der Vergangenheit baute er auch Spielzeuge für hiesige Kindergärten.