Breitenhagen/Tochheim l Die Breitenhagener Gierfähre war kurz nach dem Betreiberwechsel einige Tage außer Betrieb. Was für Unverständnis bei den Fährkunden sorgte. Die Gründe waren Umbauten und Reparaturen.

"Kaum hat die Stadt die Fähre unter ihren Fittichen, schon verkehrt sie nicht regelmäßig", schimpft ein Stammkunde, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Mit dieser Kritik war er nach den Betreiberwechsel kein Einzelfall.

Fährmann Falk Kretzmann kennt diese Vorwürfe. Der Breitenhagener ist bei der Stadtverwaltung beschäftigt und war bisher auf der Saalefähre tätig. "Wir mussten einige Umbauarbeiten vornehmen, die nicht in zwei Stunden erledigt sind", verteidigt er die Stillstandszeiten. So wurde beispielsweise der Hauptanker versetzt, was nur mit schwerem Gerät gelingt. Von einem Schiff aus wurde der Anker, an dem die gesamte Fähre hängt, aus dem Flussgrund gezogen und ein paar Meter weiter wieder abgelassen. Das wirke sich auf den Strömungsdruck aus, der die Fähre von einem Ufer zum anderen "schiebt". Besonders bei Niedrigwasser und Nordwestwind kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Problemen. Sie traten unabhängig vom jeweiligen Betreiber auf. Falk Kretzmann ist nun davon überzeugt, dass die Veränderungen zu einem "positiven Ergebnis" führen. Dazu zähle auch, dass das Hauptseil um 30 Meter verlängert und wieder am Fährkörper befestigt wurde. "Damit schonen wir die Scherseile und letztendlich auch die beiden Winden", berichtet der Breitenhagener. Und noch eine technische Neuerung gibt es: Weil eines der beiden Scherseile bei entsprechendem Wasserstand durch sein Eigengewicht auf dem Grund schliff, wurde eine zusätzliche Boje eingebaut. "Die hält das Seil höher", sagt Kretzmann. Um den optimalen Punkt zu testen, hatte man einen aufblasbaren Bojenball verwendet, dessen Position so lange verändert wurde, bis das Seil die richtige Lage hatte. "Wenn man so etwas ausprobiert, dauert das eben", zuckt der Breitenhagener mit den Schultern.

Und: Die ostelbische Fährauffahrt wurde neu asphaltiert. Sie war jahrelang, besonders nach der Flut 2013, in schlechtem Zustand. "Ich verstehe nicht, wieso das jetzt auf einmal geht", so der entlassene Fährpächter Karl-Heinz Orlowski. "Ich habe mir damals den Mund fusselig geredet, damit das gemacht wird."