Klara Marie Rohrer, Phillip Lüer und Moritz Ehle heißen die drei Schüler der Zerbster Musikschule, die sich in diesem Jahr für den Landeswettbewerb von "Jugend musiziert" qualifizieren konnten. Doch 2011 warten noch weitere Höhepunkte auf Schulleiter Rainer Gräßler und seine insgesamt rund 500 Schüler.

Zerbst. Jährlich heißt es wieder "Jugend musiziert" und junge Talente in den Altersgruppen 1 bis 6 zeigen ihr musikalisches Können, nachdem sie oft wochenlang auf diesen Moment hintrainiert haben.

"In diesem Jahr fanden in Zerbst die Regionalwettbewerbe für Drum-Set (Pop) und Gitarre (Pop) statt", erzählt Rainer Gräßler, Leiter der Musikschule "Johann Friedrich Fasch". Dort qualifizierten sich Phillip Lüer und Moritz Ehle für die Fahrt nach Dessau.

Ida Lindemann und Klara Marie Rohrer waren unterdessen in Magdeburg zum Regionalausscheid. "Ihre Harfen-Lehrerin Rita Hartobanu ist darauf bedacht, ihre Schüler gegen Kinder aus anderen Region antreten zu lassen", erzählt Gräßler. Und so meldete sie eine Gruppe von Harfisten in Magdeburg an, eine weitere in Halle.

Die beiden Mädchen aus Zerbst spielten groß auf. 24 von möglichen 25 Punkten bedeuteten für Klara Marie den ersten Platz mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb. Ida Lindemann war leider noch zu jung. Für sie gab es keine Weiterleitung. Jedoch soll sie beim Preisträgerkonzert in Magdeburg auftreten. Die beiden hatten zudem weiteren Erfolg: Sie waren die Punktbesten des Magdeburger Regionalausscheides. "Eine tolle Leistung", lobt Gräßler. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Fach Harfe in Zerbst erst seit zwei Jahren unterrichtet wird. Die Instrumente sind 2008 mit Hilfe des Fördervereins angeschafft worden.

"Wir machen ja schon seit Jahren bei diesem Wettbewerb mit und hatten auch schon unsere Erfolge", zieht Gräßler eine kleine Bilanz. Ebenfalls 2008 gewann das Percussion-Ensemble aus Zerbst den Bundeswettbewerb von "Jugend musiziert".

Die Ursache dafür liegt wohl auch in der guten Ausstattung der Schule mit Musiklehrern. "Die Fächer Gitarre, Trompete, Klavier, Saxophon, Schlagzeug und Bass werden beispielsweise alle durch ausgebildete Jazzmusiker unterrichtet." Gute Kontakt zur Leipziger Universität machens möglich. "Wenn dann mal ein Lehrer ausfällt, weil er selbst mit dem Studium fertig ist oder so, wird schnell Ersatz empfohlen. Das funktioniert sehr gut."

Insgesamt 500 Schüler sind an der Musikschule angemeldet. Das reicht von 18 Monate alten Knirpsen, die im Musikgarten früh an den Rhythmus und die Musik herangeführt werden, geht über in die musikalische Früherziehung. Erst- und Zweitklässler lernen verschiedenste Instrumente durch das Klassenmusizieren kennen. "Aber es kommen auch oft Erwachsene oder sogar Senioren, die schon immer ein Instrument erlernen wollten und es nun machen."

Dennoch spricht sich Gräßler dafür aus, Kinder frühest- möglich mit Musik in Kontakt zu bringen. "Beim Klassen- musizieren zum Beispiel verbessert sich bei Kindern die Konzentration, die Koordination." Auch das Sozialverhalten ist mitunter verändert. "Das habe ich schon beobachtet, das berichten mit jedoch auch verschiedene Lehrer."

Auch in der Öffentlichkeit werden die Musikschüler in diesem Jahr wieder ihr Können zeigen. So wird es innerhalb der Zerbster Kulturfesttage am 23. Februar ein Konzert aller Projektklassen der Musikschule geben. "Das findet alle zwei Jahre statt und es werden rund 120 Schüler auf der Bühne der Stadthalle stehen." Auch während der Internationalen Faschfesttage wird die Musikschule eine Veranstaltung anbieten. "Wir laden Grundschüler in die Stadthalle ein. Die Überschrift lautet: ,Fasch für Schüler‘. Es wird einen kindgerechten Vortrag über Fasch geben und einige unserer Schüler werden Stücke von Fasch spielen." Aber auch das alljährliche Frühjahrskonzert im April sowie das Open-Air-Musikschule-Fest am 3. Juli und ein Adventskonzert sind fest eingeplant.