Das Zerbster Heimat- und Schützenfest ist nach elf vergnüglichen Tagen nun vorbei. Die Schausteller reisen nach und nach ab. Was bleibt, ist die Erinnerung an flotte Karussellfahrten, tolle Feuerwerke und wunderbare Stunden im Festzelt.

Zerbst l Bierbank auf Bierbank landet am Dienstag in dem kleinen Lkw von Inka Jacob. Die Helfer haben eine Kette gebildet. Immer im Wechsel: Zwei Bänke, ein Tisch. Die Chefin sichert im Lkw alles mit Gurten. "Wir sind schon seit 8 Uhr morgens dabei", so Inka Jacob. Zwölf Stunden vorher saßen noch die letzten Gäste des Zerbster Heimat- und Schützenfestes auf ihren Bänken. Was in diesem Jahr am besten ging? "Unsere Bowle", hat Inka Jacob sofort die Antwort parat. Der Favorit unter den dutzend Sorten: Bacardi Razz, ein Cocktail mit Himbeeren.

Was Besucher- und Verkaufszahlen betrifft, ist Jacob zufrieden. "Es war trotz Regen okay." Der nächste Tisch nähert sich dem Wagen. Die Chefin packt schnell zu. "Nachmittags müssen wir durch sein." Dann geht es weiter nach Thüringen. In Rudolstadt wird für das nächste Fest aufgebaut.

Das große Festzelt von Tom Hebäcker hingegen wird erst einmal sorgfältig verstaut. Schon Montagnacht haben seine Mitarbeiter mit dem Abbau begonnen. "Heute Abend ist hier alles weg", sagt Hebäcker. Mit seinem Catering Service hat der Zerbster die Gäste bei Schlagerparty und Co. versorgt. "Die Besucherzahlen lagen vollkommen im Durchschnitt", blickt der Unternehmer auf die elf Heimatfesttage zurück. Am meisten gefragt waren an seinem Tresen die Getränke, vor allem die alkoholischen.

Auch Bürgermeister An-dreas Dittmann äußert sich zufrieden. "Es war ein gelungenes Fest trotz der Wetterkapriolen", erklärt der Stadtchef. Dabei denkt er zuerst an den Starkregen, der bis auf ein paar Ausspülungen auf den Wegen und nassen Wiesen glücklicherweise kaum Schaden auf dem Festgelände angerichtet hat. "Lediglich am Fahrgeschäft ,Magic` musste der Untergrund nachpräpariert werden, um die nötige Standsicherheit wieder herzustellen, aber auch das ging ohne jede Gefährdung von Besuchern ab. Toll, dass die Firma Zetiba uns selbst nach 20 Uhr noch mit Sand ausgeholfen hat", schildert Dittmann das Geschehen. "Dass uns der Abschlussabend verregnete, hat natürlich niemanden gefreut", zollt er dem Pyrotechnik-Team Respekt, das das musikalische Höhenfeuerwerk trotz des vorüberziehenden Gewitters realisierte. "So waren alle Anwesenden nicht umsonst im Schlossgarten und wurden hoffentlich ein wenig für das schlechte Wetter entschädigt."

Den Raketenabend und das Abschlussfeuerwerk sowie die Reitwettbewerbe verfolgten die Besucher von der neu gestalteten Rasentribüne aus, die damit ihre "Taufe" erlebte und diesen Ansturm gut überstand. Trotz des Regens blieben Beschädigungen aus, wie der Bürgermeister erzählt. Auch von Sicherheitsproblemen kann er nichts berichten. "Von einigen Schubsereien abgesehen, sind mir bislang keine ernsten Vorkommnisse bekannt. Dass die Polizei am Rathaus und damit unmittelbar am Festgelände präsent war, war sehr gut. Ich danke an dieser Stelle den Beamten für die sehr gute Zusammenarbeit." Dabei lässt er das funktionierende Zusammenwirken von Polizei und dem beauftragten Sicherheitsdienst nicht unerwähnt.

"Es war ein gelungenes Fest trotz der Wetterkapriolen"

Bürgermeister Andreas Dittmann

Zu den Herausforderungen bei der diesjährigen Heimatfestauflage gehörte die kurzfristige Absage eines Fahrgeschäftes. "Das war ärgerlich", sagt Andreas Dittmann. Obwohl es nicht gelang, gleichwertigen Ersatz zu finden, "haben wir das Bestmögliche aus der Situation gemacht", findet er. Seinen persönlichen Höhepunkt stellte die Eröffnung des Festes dar, die "ordentlich und mit einem gelungenen Fassbieranstich über die Bühne ging", wie er lächelnd bemerkt. Sein schönstes Erlebnis war es derweil, "mal wieder ein paar Stunden mit Freunden aus unserer Partnerstadt Jever verbringen zu können".

Während sich der Rummel nun wieder auflöst, starten bereits die Planungen für das Heimat- und Schützenfest 2015. Das Stadtoberhaupt erzählt, dass der Vergnügungspark im kommenden Jahr aus den diesjährigen Erfahrungen heraus an den beiden Sonntagen schon um 12 Uhr geöffnet werden soll. Zugleich verrät er, dass viele Schausteller bereits ihre Bewerbungen dagelassen hätten, darunter auch der Betreiber des Riesenrades. "Wir dürfen uns also schon auf das nächste Fest freuen", bemerkt Dittmann.

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