Die Zerbster Jüdenstraße soll grundhaft ausgebaut werden. Hans-Jürgen Siems stellte jetzt im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss den Planungsentwurf vor. Dieser beinhaltet neben der Regenentwässerung ebenfalls eine perspektivische Wohnbebauung.

Zerbst l Bereits im Herbst sollen die Tiefbauarbeiten in der Jüdenstraße starten, der eigentliche Straßenausbau soll 2015 erfolgen. Den Planungsentwurf stellte Hans-Jürgen Siems von der beauftragten KBI Kirchner Beratende Ingenieure GmbH am Dienstagabend im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss vor. Wie er ausführte, galt es zwei Aspekte zu berücksichtigen: zum einen die Problematik der Regenentwässerung, zum anderen die perspektivisch angedachte Wohnbebauung entlang der östlichen Seite der Jüdenstraße. Von sieben bis maximal acht Reihenhäusern sprach Heike Krüge, Leiterin des Bau- und Liegenschaftsamtes der Stadt.

In diesem Abschnitt wird die Straße abgesenkte Rundborde erhalten, so dass künftige Grundstückszufahrten nicht durch Hochborde blockiert werden. Zugleich sind Leitungskorridore für eine potentielle Versorgung mit Gas, Wasser, Abwasser usw. vorgesehen. Es sei nicht zuvermitteln, wenn die ausgebaute Straße später noch einmal für die Erschließung der neuen Wohngrundstücke aufgerissen werde, gab Hans-Jürgen Siems zu bedenken. Er erläuterte ebenfalls, wie der Oberflächenentwässerung bei dem vorhandenen Höhenunterschied von rund zwei Metern mittels Abflussrohren und Stauraumkanal erfolgen soll. Bei der jetzigen Planung seien die in Zukunft entstehenden Reihenhäuser, mit denen weitere versiegelte Flächen hinzukommen, bislang nicht berücksichtigt. "Man könnte es aber berechnen", reagierte Siems auf eine Anfrage von Ausschussmitglied Christiane Schmidt (Bündnis 90/Grüne). Zunächst müsse jeder das Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickern lassen. Geht das nicht, ist der kostenpflichtige Anschluss an die Regenwasserkanalisation möglich. Nicht zuletzt in Anbetracht des jüngsten Starkregens, der Keller und Straßen in Zerbst überflutete, warf Helmut Seidler (FFZ) ein, dass man solch enorme Mengen durch das Leitungsnetz der Stadt nicht ableiten kann. "Das muss man ehrlicherweise sagen."

Wie Hans-Jürgen Siems darlegte, wird die Fahrbahn der Jüdenstraße 5,50 Meter breit. Beidseitig erhält sie einen jeweils zwei Meter breiten Gehweg. Bei den Straßenlaternen wird auf LED-Leuchten zurückgegriffen. Alfred Schildt (Die Linke) erkundigte sich, inwiefern man sich unter anderem bei der Beleuchtung an schon errichteten Laternen innerhalb der Stadt orientiert. "Ich werde dafür werben, nicht in jeder Straße eine andere Lampen aufzustellen", entgegnete Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD). "Das ist ein Thema für die Zukunft", zielte er in diesem konkreten Fall auf das noch zu erstellende Leistungsverzeichnis ab.

Hinsichtlich der Anbindung der künftigen Bebauung stellte Hans-Jürgen Siems zwei Varianten vor - die Ausschussmitglieder entschieden sich einstimmig für eine Art Kreisverkehr am südlichen Ende der Jüdenstraße. Die Herstellungskosten für die Baumaßnahme bezifferte er auf 240 000 Euro netto. "Die Preise sind sehr üppig angesetzt, so dass wir Spielraum haben", bemerkte Siems. Nicht inbegriffen sind die Mittel für die archäologische Baubegleitung über 25 000 Euro.

Straßenausbaubeiträge kommen auf die Anlieger nicht zu, wie Heike Krüger erklärte. "Die Jüdenstraße befindet sich im Sanierungsgebiet." Das bedeutet, dass die Grundstückseigentümer zu einem bisher noch nicht bekannten Stichtag 2025 Bescheide über einen Sanierungsbeitrag erhalten. Dieser kann vorab bereits freiwillig mit einem gewissen Nachlass gezahlt werden.