Mit Blaulicht und Sirene nähern sich am späten Freitagnachmittag mehrere Feuerwehrfahrzeuge der Helios Klinik Zerbst. Die Brandmeldeanlage des Krankenhauses hatte automatisch Alarm ausgelöst. Vor Ort entpuppt sich der Einsatz als Übung.

Zerbst l Freitag, 16.43 Uhr. Dichter Rauch breitet sich in den Fluren der Inneren Abteilung der Helios Klinik aus. Sofort löst die Brandmeldeanlage Alarm aus. Türen schließen sich, riegeln die Station ab. Eine der Schwestern greift zum Telefon und wählt die 112... Wenige Minuten später trifft als erste die Zerbster Ortsfeuerwehr ein, Kameraden aus Jütrichau sollen folgen.

Klinik-Geschäftsführerin Elisabeth Maas nimmt sie gemeinsam mit Objektchef Dirk Zimmer in Empfang. Die Beiden gehören zusammen mit dem ärztlichen Direktor Dr. Frank Friedrichs und Pflegedienstleiterin Judith Schöll zum Einsatzteam des Krankenhauses. Wenig später betritt der Angriffstrupp in voller Atemschutzausrüstung das Gebäude. Um 17.03 Uhr ist der fiktive Brandherd soweit gelöscht, die vier eingeschlossenen Patienten mittels Tuchrettung inzwischen aus den Zimmern ins Freie gebracht worden. In die Rolle der zu evakuierenden Kranken sind Mitglieder der Zerbster Jugendfeuerwehr geschlüpft.

"Als der Alarm losging, haben wir die richtigen Patienten informiert, dass es sich nur um eine Übung handelt", erklärt Klinik-Sprecherin Anika Zachert nicht zuletzt in Hinblick auf die Herzpatienten. Wie sie erläutert, soll getestet werden, ob das Personal des Krankenhauses im Ernstfall richtig reagiert, ob die Informationskette und die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr funktionieren.

Und da kann am Ende ein zufriedenstellendes Fazit gezogen werden. So packen Krankenpflegehelferin Kathrin Rehnicke und Schwester Mandy Gehre ganz selbstverständlich zu und schaffen zwei der "Patienten" schnellstmöglich aus der Gefahrenzone. Mittels der unter den Bettmatratzen befindlichen Rettungsdecken ziehen sie die Jugendlichen über das Treppenhaus nach draußen.

Dort finden sich nach und nach weitere Klinikmitarbeiter ein, die eigentlich frei haben und nun potenziell zur weiteren Evakuierung sowie Betreuung von Patienten bereitstehen. Per telefonischer Bandansage hat die Männer und Frauen - dieses Mal wurden nur die in Zerbst wohnenden Kollegen einbezogen - die Alarmierung erreicht.

"Super, wie die Mitarbeiter reagiert haben", bemerkt Wolfgang Mamsch vom gleichnamigen Zerbster Ingenieurbüro für Arbeits-, Brand- und Umweltschutz. "Wir haben die Fluchtwegpläne für die Klinik erstellt." Diese müssten alle zwei Jahre aktualisiert werden, begründet er seine Anwesenheit. Auch Stadtwehrleiter Jürgen Dornblut und Brandschutzprüfer Detlef Lorbeer beobachten das Geschehen. Gegen 17.30 Uhr ist die Übung schließlich beendet.

Bleibt zu hoffen, dass der Ernstfall nie eintritt. Denn müsste das komplette Krankenhaus beräumt werden, wären je nach Belegung maximal 200 Patienten neben Besuchern und Personal zu evakuieren - von der Intensiv- bis zur Geburtenstation.

   

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