Einen Service eigens für Sportvereine und Freizeitsportler bietet die Zerbster Helios-Klinik an. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU-Landtagsfraktion ließen sich am Montag das Projekt erklären.

Zerbst l "Sport frei, aber sicher!" heißt das Projekt, das die Zerbster Helios-Klinik seit eineinhalb Jahren betreibt. "Es ist ein Service für Sportvereine", erklärte Anika Zachert, Sprecherin der Helios-Klinik in Zerbst, am Montag den Mitgliedern der Arbeitsgruppe "Arbeit und Soziales" der CDU-Landtagsfraktion.

Die Klinik stellt für die Sportvereine eine eigene Rufnummer zur Verfügung, unter der sich die Vereinsmitglieder im Bedarfsfall melden können. "Melden sich Sportler über diese Nummer, können sich die Mitarbeiter in der Notaufnahme auf sie vorbereiten", sagte die Sprecherin. Die Sportler werden bevorzugt behandelt -insofern kein dringenderer Fall die Hilfe benötige, fügte sie an. Die anschließende Betreuung könne ebenso vorbereitet werden. "Schließlich haben wir eine sportmedizinische Abteilung im Haus und können optimal reagieren", erläuterte Zachert.

Das Projekt sei eine Zerbster Erfindung. Klinikgeschäftsführerin Elisabeth Maas hatte die Idee und initiierte das Projekt. "Bislang gibt es das nur in unserer Klinik, soll aber bald auch in anderen Helios-Kliniken angeboten werden", berichtete die Sprecherin.

"Es richtet sich natürlich an Sportler, die Verletzungen haben, mit denen sie - salopp gesagt - erst einmal nach Hause gehen und dort merken, dass es doch besser sei, zum Arzt zu gehen", erläuterte sie. Der Großteil der Verletzungen im Breitensport sei kein Notfall im Sinne des Rettungsdienstgesetzes sondern eher ein Notfälle durch Selbsteinweiser, wusste die Sprecherin aus dem Alltag zu berichten. "In diesen Fällen können die Patienten die Rufnummer wählen und schildern, was ihnen passiert ist." Somit könnten in der Klinik die entsprechenden Untersuchungsmaßnahmen vorbereitet werden. "Wir verfügen über eine Computertomographie und seit Mai dieses Jahres auch über ein Magnetresonanztomographie, kurz MRT."

Diese genauen, bildgebenden Untersuchungsmethoden beschleunigen die Diagnose und der Patient profitiere von einer zügigen Behandlung. "Lange Wartezeiten zählen zu den größten Ärgernissen für die Patienten", sagte sie. Neben der hohen fachlichen Kompetenz erwarten Patienten vor allem guten Service, den die Zerbster mit diesem Modell den Sportler garantieren wollen. Schließlich seien Freizeitsportler stärker verletzungsgefährdet als Profisportler. "Das liegt auch an ehrenamtlichen Trainern, die gar nicht so professionell arbeiten können wie die hauptberuflichen Trainer."

Zum "Sport frei, aber sicher!"-Projekt zählt auch die Einrichtung einer "kundigen Anlaufstelle", die unter einem permanent besetzten Telefon erreichbar ist. Dort können sich die Patienten über die Abläufe bei einem Sportunfall informieren.

"Darüber hinaus verfügen wir mit Dr. Frank Friedrichs über einen ärztlichen Direktor und Chefarzt der Orthopädie, der sich auf Knieverletzungen spezialisiert hat", erzählte Anika Zachert.

Rund 57 Prozent aller Sportverletzungen betreffen die unteren Gliedmaßen, nicht selten dabei die Knie, erläuterte sie. Obere Gliedmaßen (22 Prozent) und Kopfverletzungen (8 Prozent) gebe es deutlich weniger. Verstauchungen und Zerrungen (24 Prozent), Sehnen- und Muskelverletzungen (23 Prozent), Prellungen (17 Prozent) und Knochenbrüche (14 Prozent) zählen zu den häufigsten Verletzungen, zählte sie auf.

Die Telefonnummer für den Service ist die 03923/73 91 12. Die Nummer ist rund um die Uhr für Notfälle erreichbar.